Xanten: Schutz vor Überspannung
VON ANDREAS CÜPPERS - zuletzt aktualisiert: 18.07.2007Xanten (RPO). Ulrich Mertin aus Rheinberg, Obermeister der Elektroinnung im Kreis Wesel, rät zu Investitionen: Grob- oder Feinschutzsicherungen können böse Überraschungen durch Überspannungen nach Gewittern verhindern.
xanten/Rheinberg Der Sommer hat eine Weile gebraucht, bis er in Schwung kam. Kaum eine Woche verging ohne heftige Gewitter über dem Niederrhein. Und kaum ein Gewitter vergeht, ohne dass dabei nicht irgendwo der Strom ausfällt. Für den Stromversorger RWE ist das Alltag, für die Kunden ärgerlich.
Der Grund für die Anfälligkeit des Stromnetzes zwischen Rheinberg und Xanten liegt in den vielen Überlandleitungen, die hier vielfach noch eingesetzt sind. Bei Unwettern dauert es meist nicht lange, bis ein umgestürzter Baum die Stromleitungen beschädigt. „Daran wird sich auch künftig nichts ändern“, hat eine RWE-Sprecherin erst jüngst betont (die RP berichtete). Die Erdverkabelung wird zwar vorangetrieben, umfasst aber bei weitem noch nicht den Großteil der Xantener Haushalte. „So lange kann man sich zum Beispiel mit Geräten zum Überspannungsschutz helfen“, sagt Ulrich Mertin.
Beim Fachhändler
Entfernung Die Leitungslänge zwischen dem Feinschutz und zu schützenden Geräten sollte 20 Meter nicht überschreiten. Falls doch, ist ein erneuter Feinschutz zwischenzuschalten.
Bezug Geräte zum Schutz vor Überspannung gibt es bei den Elektro-Fachhändlern. Diese sollte man zumindest beim Grobschutz auch mit dem Einbau beauftragen.
Grobschutz vor Überspannung
Der Elektroinstallateur aus Rheinberg-Budberg ist Obermeister der Elektroinnung und hat nicht zuletzt aufgrund der vielen Gewitter derzeit gut zu tun. Auch, weil die Kunden nicht vorsorgen. „Es gibt einen Grobschutz vor Überspannung direkt für die Zählertafel“, erklärt der Fachmann. Darüber hinaus gibt es für besonders anfällige elektronische Geräte noch den Feinschutz an den jeweiligen Steckdosen. Damit könne man beispielsweise Computer, Fernseher oder Funktelefone vor Überspannung bewahren. „Der Feinschutz nützt aber nur etwas, wenn auch der Grobschutz vorhanden ist“, betont Mertin.
500 Euro, die sich lohnen
Die Geräte seien in der Anschaffung zwar recht teuer – der Grobschutz kostet rund 500 Euro, Feinschutz gibt es ab 50 Euro –, die Investition lohne sich nach Ansicht des Obermeisters aber in jedem Fall. „Es entsteht ja nicht nur finanzieller Schaden, sondern am Computer beispielsweise auch Datenverlust.“ Zudem seien die Versicherungen nicht bereit, nach zwei Gewitterschäden auch ein drittes Mal zu zahlen. Einige einfache Grundregeln sollte man ohnehin beherzigen. „Als ich noch Kind war, hieß es immer: Fernseher aus, wenn es gewittert“, erzählt Mertin. „Das gilt natürlich heute auch noch.“ Den Stecker zu ziehen, helfe in jedem Fall. Zumindest aber sollten die Elektrogeräte nicht im Stand-By-Modus laufen. „Das ist auch angesichts der Strompreise nicht vernünftig“, meint Mertin. Bei Geräten, die keinen offensichtlichen Stand-By-Schalter haben, eignet sich eine abschaltbare Steckdosenleiste, um Energie zu sparen und vor Überspannung zu schützen.
„Einen hundertprozentigen Schutz gibt es trotzdem nicht“, weiß auch Mertin. Vor allem nicht, wenn der Blitz direkt im eigenen Haus einschlägt. Das erlebte Mertin erst vor kurzem bei einem Gewitter in Rheinberg, als ein Blitz in der Stromverteilung einschlug. „Da flogen die Steckdosen aus der Wand.“
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