Xanten: "So sehen wir das"
VON SABINE HANNEMANN - zuletzt aktualisiert: 02.09.2008Xanten (RPO). Rund 30 verschiedene Sichtweisen der evangelischen Barockkirche am Xantener Markt aus kindlich-jugendlichem Blickwinkel zeigt eine Ausstellung der Kunstschule bis zum 21. September.
So sehen wir das
Xantener Kunstschüler haben sich mit dem barocken Kirchenbau am Markt auseinandergesetzt. Entstanden sind Bilder, die die Kirche von außen und von innen aus kindlichem und unverstelltemBlickwinkel zeigen.
Die Ausstellung ist bis zum 21. September werktäglich von 15 bis 17 Uhr, donnerstags und samstags von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Eintritt frei. Die Werkschau „Türme“ aller Kunstschulklassen wird am Sonntag, 14. September, 11 Uhr, im Wasserturm in Wesel eröffnet.
Wenn Kinder und Jugendliche die Xantener Barockkirche am Markt mit ihren Augen sehen und malen, ist das Ergebnis beachtlich. Die Ausstellung in der evangelischen Kirche am Markt eröffnet ungewöhnliche Perspektiven. „Die unverstellte Sicht der Kinder hilft uns Erwachsenen, die eigene Wahrnehmung noch mal neu zu erfahren“, erzählt Doris Lohmann (40), Leiterin der Kunstschule auf der Scharnstraße.
Thema Barockkirche
Ihr Projekt, das sie für vier- bis 17-Jährige konzipiert hat, ist auf Nachhaltigkeit angelegt. „Eine Barockkirche würde ich auch an einem anderen Ort erkennen“, meint dazu Julia Mayer. Die Achtjährige hat sich, wie alle anderen auch, mit dem Thema Barockkirche inhaltlich auseinandergesetzt, bevor es ans Malen ging.
„Wir haben uns zunächst mit der Geschichte der Xantener Barockkirche auseinandergesetz“, erläutert die Schulleiterin die Vorgehensweise. Danach folgten verschiedene Beobachtungen vor der Kirche, denn je nach Lichtverhältnis erstrahlt die weiß gehaltene Fassade der Kirche in anderen Farben. Bei Sonnenlicht leuchtet sie orange, blauer Himmel sorgt für fast hellblaue bis violette Farbverhältnissen.
„Eine Sache der Wahrnehmung, die Kinderaugen ehrlicher sehen, als der Erwachsene“, so das Fazit von Doris Lohmann. Das Gesehene in Bilder zu fassen war der nächste Schritt in dieser handfesten Auseinandersetzung. Die Arbeiten, rund 30 Sichtweisen, sind unterschiedlicher Natur und haben auf verschiedene Formate. Pastellkreide auf farbigem Papier, Aquarelle, Ölpastelle auf Japanpapier oder Acrylfarben auf Papier.
Dass dabei die Kunstschülern den Turm ein wenig schief sahen und auch so malten, verwunderte zunächst manchen Erwachsenen während der Ausstellungseröffnung. „Aber bei der optischen Überprüfung bestätigte sich diese Perspektive“, fügt Doris Lohmann hinzu. „Kinder bringen das Erleben näher und direkter, während Erwachsene sich mit dem Verstand einen Gegenstand erschließen.“
Auseinandersetzung
Gemeinsam mit der Evangelischen Kirchengemeinde Xanten-Mörmter wurde dieses Projekt im Rahmen von „kunstkulturkirche“ über Carl Dieter Hinnenberg . Doris Lohmann geht nach der ersten künstlerischen Auseinandersetzung unter dem Motto „So sehen wir das“ einen Schritt weiter. Die Ausstellung ist nur der Auftakt.
„Unsere nächste Frage lautet, wie stellen sich Kinder Kirche vor“, erzählt Doris Lohmann weiter. Auch diese Ergebnisse werden sich den Arbeiten der Kunstschule niederschlagen. Madita Kranaster (6) hat es Spaß gemacht, die Barockkirche zu malen, ebenso wie Lotte Schumacher (7). Von Julia Mayer sind zwei Arbeiten zu sehen, ein Kirchenfenster und der Turm, „und der war schwer zu malen.“
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