Xanten: Spielen mit Gefühl
VON CORNELIA KRSAK - zuletzt aktualisiert: 23.02.2008Xanten (RPO). Mädchen und Jungen der Bönninghardt-Schule führen heute das Märchen „Dornröschen“ auf. Seit Mai 2007 arbeiten die Schüler mit dem Dramaturgen des Landestheaters Burghofbühne Dinslaken an der Inszenierung.
bönninghardt Das Foyer der Bönninghardt-Schule hat sich in einen Theatersaal verwandelt. Auf der Bühne herrscht hektischer Betrieb. Noch sind nicht alle Requisiten an ihrem Platz. Schließlich das Startzeichen von Regisseur Lars Helmer. Die Probe kann beginnen. Martin tritt auf die Bühne. „Das Fest wird in aller Pracht gefeiert, aber die dreizehnte Frau durfte nicht kommen“, verkündet der Schüler, verbeugt sich höflich und verschwindet wieder hinter dem Vorhang, der sich nun öffnet. Auf einem Thron sitzt die Königin mit dem neugeborenen Dornröschen, „dargestellt“ von einer Babypuppe. „Den König müssen wir uns heute denken, Daniel ist nicht da“, sagt der Regisseur. Zwölf Schüler treten vor den Thron und wünschen dem Kind Schönheit, Glück, Reichtum und vieles mehr. Da taucht plötzlich ein ungeladener Gast auf dem Fest auf.
Heute Premiere
„Dornröschen & Co“ feiert heute (Samstag, 23. Februar) um 17 Uhr Premiere an der Bönninghardt-Schule. Vor dem Märchen „Dornröschen“ führen Schüler der Vorstufe 2 ein Spiellied auf.
Das Landestheater Burghofbühne zeigt das Stück „Der Mondkönig“ mit Andreas Mayer. Eintritt: Erwachsene zwei Euro, Kinder ein Euro, Schüler der Bönninghardt-Schule haben freien Eintritt.
Auch Kinderschminken, Snacks & Getränke werden geboten. Nach der Theateraufführung gibt es Musik mit DJ Mark Zimmermann.
Fies und wütend rüberkommen
Yvonne spielt die böse Hexe, die dem armen Dornröschen den Tod wünschen soll. So richtig fies und wütend rüberzukommen, ist gar nicht so einfach. Helmer zeigt Yvonne, wie sie die gute Fee Pia beiseite schubsen soll, damit ihr Auftritt noch bedrohlicher wirkt. Heute wird es ernst für die jungen Schauspieler: Um 17 Uhr heißt es Vorhang auf für „Dornröschen & Co“. Seit Mai letzten Jahres arbeiten die Schüler der Theater-AG mit dem Dramaturgen vom Landestheater an der Inszenierung des bekannten Märchens. Es ist das dritte gemeinsame Projekt. Angefangen hat alles im Januar 2006. Auf Anregung des damaligen Kreisdirektors Wolfgang Rabe wurde die Theatergruppe an der Bönninghardt-Schule ins Leben gerufen. Einmal in der Woche treffen sich 20 Schüler der Mittel-, Ober- und Berufpraxisstufe im Alter zwischen neun und zwanzig Jahren zum Theatertraining mit Lars Helmer. Für den Projektleiter ist die Zusammenarbeit mit der gemischten Gruppe eine besondere Erfahrung.
Ganz individuell
„Man muss bei jedem Schüler ganz individuell gucken, was kann er und was sind seine Qualitäten“, erklärt Helmer. Bevor er an die Rollenverteilung ging, nahm er sich viel Zeit, um die Schüler kennen zu lernen. Im Rahmen des Offenen Ganztags führt das Landestheater regelmäßig Projekte an Schulen durch, doch die intensive Kooperation mit der Förderschule in Bönninghardt ist bisher einzigartig. Ziel ist es, den Schülern ein Gefühl für ihren Körper zu vermitteln, um Haltung, Gestik und Mimik richtig einsetzen zu können. Und es soll natürlich Spaß machen. „Das Stück haben wir ausgewählt, weil man viel Personal dafür braucht und alle mitmachen können“, sagt Helmer. Drei Fachlehrerinnen unterstützen den Projektleiter.
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