Xanten: Stasi-Hasi gräbt nach Osten
VON CORNELIA KRSAK - zuletzt aktualisiert: 07.08.2008Xanten (RPO). Bis zum 31. August sind die Sandskulpturen an der Xantener Südsee noch zu sehen. Am letzten
Ausstellungstag wollen die Veranstalter Sehbehinderte einladen, die Sandkunst tastend zu erfahren.Gewitterregen, Hagel und Sturmböen sind in den vergangenen Wochen und Monaten über den Strand an der Xantener Südsee hinweggefegt. Den meterhohen Skulpturen in der SandKunst-Ausstellung konnten Wind und Wetter jedoch kaum etwas anhaben. Der riesige Kopf von Martin Luther King ragt unbeeindruckt von allen Wetterkapriolen so monumental in den Himmel, als sei er gestern erst von den Künstlern erschaffen worden.
Ein paar Meter weiter startet eine Rakete zur ersten Mondlandung. Und auch der Fall der Berliner Mauer scheint für alle Ewigkeiten in den Sand gemeißelt. Vom 30. April bis zum 8. Mai fertigten 16 internationale Sandbildhauer der World Sand Sculpting Academy (WSSA) im Rahmen eines Wettbewerbs Skulpturen zum Thema „Ereignisse, die die Welt bewegten“ an (die RP berichtete).
Am Samstag, 23. August, ab 20 Uhr wird zur Brasilianischen Nacht in der Strand-Oase eingeladen. Es gibt Caipirinha, brasilianisches Essen und brasilianische Musik. Wer in den Landesfarben Grün und Gelb zur Party erscheint, bekommt ein kleines Präsent. Der Eintritt kostet 3 Euro. Infos zur Ausstellung gibt es im Internet: www.isy-up.de
Werk des Siegerduos
Das Werk des Siegerduos Jill Smith und Thomas Koet aus den USA sieht noch fast genauso aus wie bei der Preisverleihung, doch etwas hat sich verändert: Dort wo der Trabbi aus der geöffneten Berliner Mauer hervorbricht hat ein Kaninchen einen Gang in den Sand gegraben. Das Tier hat schon einen Spitznamen verpasst bekommen. „Das ist unser Stasi-Hasi, weil er sich von Westen nach Osten durch die Mauer gräbt“, scherzt Sabina Fundament von der Essener Agentur ISY UP.
Sie und Agentur-Chef Volker Engel nehmen den tierischen Mitbewohner mit Humor. „Wir sind hier mitten in der Natur und wollen auch zeigen, dass die Skulpturen natürlich und damit auch vergänglich sind“, so Fundament.
Bei dem Verhalten mancher Besucher ist den Veranstaltern seit Eröffnung der Sandskulpturen-Ausstellung allerdings wenig zum Lachen zumute. Manchem ist der geforderte Eintrittspreis von sechs Euro für Erwachsene offenbar zu hoch. „Einige Leute sind richtig aggressiv und persönlich beleidigend geworden“, berichtet Fundament. „Einerseits sind die Leute neugierig und klettern am Zaun hoch, können aber andererseits nicht verstehen, dass die Künstler mit ihrer Arbeit auch Geld verdienen wollen“, kritisiert Engel.
Sandkunst ertasten
Bis zum 31. August sind die Sandskulpturen an der Xantener Südsee noch zu sehen. Am letzten Ausstellungstag wollen die Veranstalter Sehbehinderte einladen, die Sandkunst tastend zu erfahren. „Alle Absperrungen werden dann noch entfernt und man kann ganz dicht an die Skulpturen herantreten und alles anfassen“, erklärt dazu Engel.
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