Xanten: Studenten helfen - Ehrensache!
VON JOSEF POGORZALEK - zuletzt aktualisiert: 22.10.2011Xanten (RP). In einer Kooperation mit der Hochschule Rhein-Waal bereitet die Stadt Xanten die Einführung der Ehrenamtskarte vor. Studenten kümmern sich auch um die Akquise von Geschäften, die Ehrenamtlern Rabatte gewähren.
Ehrenamtliche Arbeit kann man auf vielfältige Weise würdigen. Die Ehrenamtskarte ist eine davon: eine Rabattkarte, die ehrenamtlich tätigen Personen Vergünstigungen beim Einkauf, beim Eintritt in Museen, in Restaurants etc. verschafft. Die Idee der Landesregierung sollte schon lange in Xanten umgesetzt werden.
Doch bislang, so Bürgermeister Christian Strunk, habe es an Kapazitäten in der Stadtverwaltung gemangelt. Mit Hilfe Studierender der Hochschule Rhein-Waal (HRW), Standort Kamp-Lintfort, kommt das Projekt nun aber auf die Beine.
Initiative des Lehrbeauftragten
Sechs junge Frauen und Männer wollen im laufenden Wintersemester Betriebe akquirieren, die bereit sind, Rabatte zu gewähren. Außerdem kümmern sie sich – in Abstimmung mit der Stadtverwaltung, Fachbereich Service – um die Ausarbeitung der im kommunalen Ermessen liegenden Rahmenbedingungen (wie wird die Karte zugeteilt, wie lange gilt sie, wie wird sie verlängert etc.).
Nützliche Übung
Aus Sicht der HRW handelt sich um eine Übung zum "New Public Management" im Studiengang E-Government, 5. Semester.
Unterstützt wird das Projekt auch von der Wirtschaftsförderung der Stadt Xanten. Franz-Josef van Holt (Fachbereich Service) geht davon aus, dass Wirtschaftsförderer Helmut Derksen bei der Interessengemeinschaft Gewerbetreibender für die Gewährung von Rabatten wirbt.
Die Zusammenarbeit kam auf Initiative von Bernward Junge, Dozent für Verwaltungswissenschaften an der HRW, zustande. Er hatte sich an die Stadt gewandt, weil er seinen Studenten an einem konkreten Fall Einblick die Verwaltungsarbeit verschaffen wollte. "Wir wollen unser Bestes tun", versicherte gestern Ozan Karadag, einer der sechs beteiligten Studenten.
Wie Geschäfte, Betriebe und Einrichtungen für die Zusammenarbeit gewonnen werden können, müsse noch überlegt werden. "Wir wollen auf jeden Fall an das Ehrgefühl appellieren", meinte Karadags Kommilitone Magnus Siebert. Ehrenamt müsse schließlich unterstützt werden. Inzwischen gebe es die Karte in 120 NRW-Kommunen, darunter (mit eher mäßigem Erfolg) in Rheinberg.
250 Stunden pro Jahr
Wer die Ehrenamtskarte haben will, muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Zum Beispiel mindestens fünf Stunden pro Woche oder 250 Stunden pro Jahr ehrenamtlich tätig sein – und zwar ohne pauschale Aufwandsentschädigungen (Kostenauslagen sind erlaubt). Bei allein 120 Vereinen im Stadtgebiet und 150 Freiwilligen Feuerwehrleuten schätzt Bürgermeister Strunk, dass rund 500 Xantener Anspruch auf die Ehrenamtskarte haben könnten.
Bis Ende Januar wollen die Studenten ihre Arbeit beendet haben. Sie werden die Ergebnisse zunächst im Ausschuss für Soziales präsentieren, bevor dann der Rat entscheidet. Die "publikumswirksame Übergabe" der ersten Karte ist für den 1. Mai 2012 avisiert. Bleibt die Frage, wie sich die Kapazitäten bei der Stadt nach dem Ausscheiden der Studenten gestalten. Irgendjemand muss die Ehrenamtskarte verwaltungstechnisch betreuen, so der Bürgermeister: "Vielleicht finden wir dafür einen Ehrenamtler."
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