Xanten: Überwältigende Farbenpracht
VON KAI HOMEIER - zuletzt aktualisiert: 20.11.2006Xanten (RPO). In der Begegnungsstätte auf dem Pauenhof wurden am Wochenende Einblicke in den Tibet-Buddhismus möglich. Zu Gast in Hamb: seine Heiligkeit Sakya Trizin.
HAMB Kalachakra heißt übersetzt „Rad der Zeit“ und wird Kalaschakra ausgesprochen. Das und noch viel mehr war am Wochenende auf dem Hamber Pauenhof zu erfahren. In der Begegnungsstätte für westliche und östliche spirituelle und humanistische Tradition, wo auch „Normalmenschen“ die Möglichkeit hatten, einem hohen Buddhistischen Würdenträger zu begegnen. Beim Kalachakra – einem speziellen Praxissystem des tibetischen Buddhismus. Auch der Dalai Lama lehrt dieses wegen seiner friedensstiftenden Aspekte. Und kein geringerer als seine Heiligkeit Sakya Trizin, der 41. Thronfolger auf dem Sakya-Stuhl (eine der vier Schulen des Buddhismus), war am Wochenende nach Hamb gekommen, um den Gläubigen dort Einweisungen, Belehrungen und Vorträge zu erteilen (RP v. 17. Nov.).
Der Buddhismus
Er geht zurück auf Siddhartha Gautama, den historischen Buddha, der im 5. Jahrhundert vor Christus in Nordindien lebte.
Zwischen 350 und 500 Mill. Anhänger soll es weltweit geben.
Besonders verbreitet ist der Buddhismus z.B. in China, Japan, Sri Lanka, Mongolei und Tibet.
Ein Stück Tibet am Niederrhein
Dazu wurde ein großes Zelt hergerichtet, in dem seine Heiligkeit die Einführungen gab. Von Tempel zu sprechen ist nicht ganz richtig, doch für den Laien soll diese Bezeichnung eine Hilfe sein. Die farbenpracht der Tibetischen Kultur und Religion ist überwältigend und sehr üppig. In der Mitte der Vortragsfläche befindet sich erhöht eine Art Thron, vom dem aus der von allen tibetisch-buddhistischen Richtungen anerkannte Meister sprach.
In der linken Ecke hängt ein Bildnis seiner Heiligkeit, des Dalai Lama, und in der rechten Hälfte eines seiner Heiligkeit Sakya Trizins. Über dem erhöhten Stuhl eine verbildlichung der Gottheit Kalachakra. Am Samstag fand die Erste Initiation statt. Vorher zog sich seine Heiligkeit zur Selbst-Einweihung in das Zelt zurück. Ab und zu erklang ein Gong. Als ein Lama die Tür öffnete, erfüllte der Duft von Räucherstäbchen den Raum, und seine Heiligkeit mit seinem Gefolge zog aus dem Zelt aus.
Als einmaliges und bewegendes Erlebnis empfanden die Gäste es, einem derartig hohen Würdenträger so nah zu sein und so eine bedeutungsvolle Beziehung zu ihm aufzubauen. Am frühen Nachmittag hatten dann alle angereisten Gläubigen die Gelegenheit, seinen Ausführung zu folgen.
Am Sonntag weitere Einweisung
Auch gestern bot sich dazu die Möglichkeit. Angereist waren zudem Exil-Tibeter und Gläubige aus weiten Teilen der Welt. Viele nutzten die freie Zeit zwischendurch für Spaziergänge durch die schöne Parkanlage auf dem Anwesen und für Fotografieren an der Buddha-Statue im Garten.
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