Sonsbeck: Von Hexengeld und Zehennägeln des Teufels
VON SABINE HANNEMANN - zuletzt aktualisiert: 14.04.2008Sonsbeck (RPO). Die Gommansche Mühle beherbergt derzeit eine Ausstellung, die die Macher Maximilian Bittner und Günter Lemmen, beide Mitglieder im Verein für Denkmalpflege e.V. Sonsbeck, gerne der Öffentlichkeit zeigen. Sie trägt den Titel „Kurioses und Raritäten“. In Vitrinen und geräumigen Regalen sind fossile Funde zu sehen, die eiszeitliche Lebenswelten in der Töpferregion sichtbar machen. Sie geben Einblicke in die Entwicklungsgeschichte mit aktuellen Bezügen.
Raritätenkabinett
„Wir bekamen diese Regale geschenkt, die uns auf die Idee der Ausstellung brachten“, erzählt Maximilan Bittner, der sich selbst als Hobbygeologe bezeichnet. Eine wissenschaftliche Sammlung erwartet den interessierten Besucher nicht, vielmehr der bewusste Versuch, ein Raritätenkabinett zu schaffen, „mit dem wir Interesse für die Mitarbeit an unserer Geologischen Arbeitsgemeinschaft wecken wollen“, verrät Bittner weiter, denn die Sonsbecker Schweiz ist reich an geologischen Funden. „Wir haben mit dieser Ausstellung in der Gommanschen Mühle zugleich ein Experiment gewagt.“
Die Ausstellung gliedert sich in verschiedene Themenbereiche, streift das Phänomen des Meteoriteinschlags, lädt ein zu 0,03 Millimeter dicken Dünnschliffen von Mineralien und Kristallen, die kleinste Einschlüsse zeigen. Fällt polarisiertes Licht hindurch, ist die Welt der abstrakten Kunst nicht mehr weit, wie Fotos zeigen. „Wo hört Natur auf, wo fängt Kunst an? Künstler haben sich stets von der Natur inspirieren lassen“, meint Bittner.
Eng mit fossilen Funden ist der Volksglaube verbunden. Bittner weiß um Geschichten, dass der Teufel in der Sonsbecker Schweiz zu Hause gewesen sein soll. Versteinerte „Zehennägel“ belegen diese Annahme. Ähnlich volkstümlich die versteinerten Seelilien, die als Hexengeld die Runde machten „Volksglaube brachte damals Sinn in diese Funde“, erläutert er. Mit in die Ausstellung gehört der gesundheitsfördernde Aspekt von Edelsteinen, den beispielsweise Hildegard von Bingen aufstellte.
GeoErlebnispfad
Schon bei der Eröffnung entwickelten sich die ersten Fachsimpeleien an den Vitrinen. Versteinerte Welten wie Fossilien, Korallen, Mineralien und Edelsteine lieferten Gesprächsstoff zur Genüge. Vereinsvorsitzender Heinrich Kerstgens eröffnete die Ausstellung. Im Anschluss daran, bestand die Möglichkeit, das Gesehene in der Natur auf dem GeoErlebnispfad Sonsbecker Schweiz mit sechs Stationen nachzuvollziehen. Der geführte Besuch der Ausstellung kombiniert mit dem GeoErlebnispfad eignet sich auch für Kinder- und Jugendgruppen.
Anmeldungen nimmt die Gemeinde Sonsbeck unter 02838/36-0 entgegen.
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