Xanten: Von Viehzucht und Ventilatoren
VON NINA SCHOUTEN - zuletzt aktualisiert: 05.09.2006Xanten (RPO). Der Xantener Rotary Club schickte Nina Schouten in die USA und Esther Gellings nach Kanada als Austauschschülerinnen für ein Jahr. Nach zwei Wochen in Illinois schildert Schouten ihre ersten Eindrücke.
RC-Austauschprogramm
Im Rahmen des Austauschprogramms des Xantener Rotary Clubs leben derzeit Liliya Soloveva aus Russland und der Brasilianer Giovanna Santana in Xantener Gastfamilien (RP berichtete).
Die Rheinbergerin Esther Gellings ist für ein Jahr in Kanada und Nina Schouten in den USA. Sinn ist es, andere Kulturen zu erfahren.
Lüttingen/Geneseo Die ersten 14 Tage meines Austauschjahres in den USA liegen hinter mir. Es kommt mir vor, als wäre ich doppelt so lange hier. Jeden Tag passieren so viele Dinge. Es hat mich in den Mittleren Westen der USA, nach Geneseo in Illinois verschlagen. Geneseo (drei Autostunden westlich von Chicago) hat etwa 7000 Einwohner. Viele Familien leben von der Landwirtschaft, auf Bauernhöfen, außerhalb von “Downtown Geneseo” und betreiben Getreideanbau und Rinderzucht. Das Leben auf einem Bauernhof ist für mich eine neue Erfahrung und zwei Brüder zu haben ebenso. Meine Gastfamilie sind meine Gasteltern Sarah und Phil Alexander und meine beiden Gastbrüder Randy (15) und Sam (11).
Meet Nina
Als ich ankam, hatten wir noch Ferien, und die Familie schien sich vorgenommen zu haben, mir innerhalb der ersten Tage schon ganz Illinois und angrenzende Staaten zu zeigen. Es ist auch ungewohnt, sich von seinem jüngeren Bruder im Auto spazieren fahren zu lassen. Randy hat seine “Permit”, was bedeutet, dass er in Begleitung eines Erwachsenen Auto fahren darf. Wenn er 16 ist, bekommt er seinen Führerschein.
Am ersten Wochenende veranstaltete meine Gastfamilie eine “Meet Nina”-Party. Das bot mir die Gelegenheit, Leute in meinem Alter kennen zu lernen. Amerikanische Partys sind anders als deutsche. Es gab keinen Alkohol und um 21 Uhr war das Haus schon wieder leer, so dass alle früh ins Bett gingen, um am nächsten Tag auch spätestens um 7.30 Uhr wieder auf den Beinen zu sein. Hier in den USA ist alles big, sprich groß: Die Kaufhäuser, die Supermärkte, die Essensportionen. Und auch die meisten Häuser sind größer als die, die ich von Deutschland gewohnt bin. Mein erster Eindruck von den Amerikanern war, dass alle nett und hilfsbereit sind.
Neben Freundlichkeit lieben Amerikaner frische Luft. Normalerweise sind alle Fenster weit aufgerissen und wenn das nicht der Fall ist, dann werden alle Ventilatoren im Haus eingeschaltet. Der wichtigste Bestandteil eines Autos ist die Klimaanlage.
Vorfreude auf Schulbeginn
Um Geneseo kennen zu lernen, muss man zu den wöchentlichen American Football-Games des High-School-Teams gehen. Da versammelt sich die halbe Stadt und feuert ihr Team an. Für mich ist das Spiel undurchschaubar, weil ich nie weiß, wo sich der Ball unter dem Berg von Spielern überhaupt befindet. Aber auch das Programm um das Spiel herum lohnt den Besuch: Die Stimmung ist mitreißend. Zum Auftakt wird die amerikanische Nationalhymne gesungen und in der Halbzeit treten Schulband und Tanzgruppen auf. Ich bin gespannt auf meinen ersten Schultag.
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