Wardt: Wardter Landbrötchen
VON HEINZ KÜHNEN - zuletzt aktualisiert: 30.12.2011Wardt (RP). Die Familie Pütz verkauft ab der nächsten Woche frische Brötchen aus eigenem Ofen in der Pension Kerckenhof. Hier wurde schon vor 100 Jahren gebacken. Die Rohlinge stammen heute von der Sonsbecker Bäckerei Tebart.
Vor fast genau 100 Jahren hat Jacob Baumann auf dem Kerckenhof die ersten Brötchen gebacken. Nun lassen Andrea und Michael Pütz diese Tradition wieder aufleben. Im Eingangsbereich des historischen Saales eröffnen sie am Montag, 2. Januar, ihre kleine Landbäckerei. Dort gibt's dann täglich frische Brötchen – direkt aus dem Ofen.
"Gitti an de Kerk"
Die Familie Pütz hat gestern schon einmal "vorgebacken." "Die sind so richtig lecker", freute sich Michael Pütz mit einer Tüte in der Hand, die er zur Arbeit an der Xantener Brückstraße mitnahm. Auch die Mitarbeiterinnen in seinem Friseurgeschäft an der Brückstraße sollten sich mitfreuen an dem Gebäck aus dem mitten im Dorf Wardt gelegenen Hof. Dort hatten Willi und Marianne Baumann noch in den 1960er Jahren Brot gebacken und es ausgeliefert. Später konzentrierte sich die Tante ganz auf den Gasthofbetrieb. "Gitti an de Kerk". Der war lange ein Begriff, zumal in dem angeschlossenen großen Saal so manches Fest gefeiert, manche Theateraufführung umjubelt wurde.
Landbäckerei
Frische Brötchen aus dem eigenen Backofen gibt es vom Kerckenhof neben der Wardter St.-Willibrord-Kirche für 28 Cent je Stück ab dem 2. Januar.
Die Verkaufszeiten: jeden Morgen von 6.30 bis 10.30 Uhr, an Sonntagen von 8 bis 10 Uhr.
Die Landbäckerei wird in Zusammenarbeit mit der Bäckerei Tebart GmbH & Co. KG betrieben.
Mit "Dorfkneipen allein ist allerdings heute kaum mehr ein Start zu machen. Und als Michael Pütz den Kerckenhof überschrieben bekam, ließen er und seine Frau ihn umbauen. Individuell gestaltete Gästezimmer und eine Suite für alles in allem insgesamt bis zu zwölf Personen und ein Café, das mittwochabends und sonntagnachmittags geöffnet ist. Die Feriengäste allerdings frühstücken dort auch. Jeden Tag gibt es frische Brötchen, Brot, Gebäckteilchen, berichtet die gelernte Hauswirtschafterin Andrea Pütz, die sich um den Gäste-Betrieb in Wardt kümmert und dabei auch auf die gelegentliche Hilfe ihrer vier Kinder (21, 19, 16, 11 Jahre) zurückgreifen kann.
Und als die befreundete Sonsbecker Familie Bäckerfamilie Tebart anbot, einen Brotbackofen im Haus aufzustellen, griff sie zu. "Nur für ein paar Gäste aber lohnt sich das nicht", sagt Geschäftsmann Pütz. Deshalb liefert Tebart jetzt seinen eigenen Teig an. Bei Pütz wird der Ofen angeschmissen. Und täglich ab 6.30 Uhr, sonntags ab 8 Uhr, können auch die Wardter davon profitieren.
Die Anmeldung
Belegte Brötchen und eine Tasse Café werde es auch geben, sagt Michael Pütz. Wer allerdings "ausgiebig mit allem drum und dran" frühstücken wolle, müsse sich schon anmelden. Das gilt auch für die Nutzung des gemütlich eingerichteten Saals für 50 Personen.
Für die Familie Pütz ist die Eröffnung der "Kleinen Landbäckerei nur folgerichtig, zumal es in Wardt kein einziges Lebensmittelgeschäft gibt. "Stillstand bedeutet Rückschritt", zitiert Michael Pütz. "Und nichts geht über selbstgebackene Brötchen . . ."
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