Xanten: Was das Herz begehrt
VON ELLEN SCHLÜTTER (TEXT), ARMIN FISCHER UND RALF HOHL (FOT - zuletzt aktualisiert: 03.01.2009Xanten (RPO). Die Marsstraße in Xanten ist als eine der Haupteinkaufsstraßen in Xanten bekannt. Neben traditionsreichen Fachgeschäften gibt es auch neuere „Läden“. Auch die Pumpennachbarschaft ist noch aktiv.
Sie ist bei Xantenern und auswärtigen Besuchern gleichermaßen bekannt: Die Marsstraße. In Marktnähe zeichnet sie sich durch ihre zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten aus – von traditionsreichen Fachgeschäften über die Filialen größer Ketten bleibt kaum ein Wunsch unerfüllt. Auch unter den Geschäftsleuten ist der Standort Marsstraße gefragt.
Seit den 50er-Jahren ist Familie Ziegler an der Marsstraße vertreten, zuerst als Malergeschäft, später stellten sie auf Kunstgewerbe um und erweiterten das Gebäude. Und das Geschäft, das „sowohl bei Stammkunden als auch bei den vielen Touristen sehr beliebt“ ist, bleibt in Familienhand: Tochter Esther ist bereits im Laden aktiv. „Die Marsstraße ist als eine der Hauptgeschäftsstraßen eine 1-A-Lage“, finden beide. Die Nachbarschaft stimmt: „Ein kurzes Pläuschchen ist immer möglich.“
Pumpennachbarschaft
Die Hausnummern 29-65 und 26-52 gehören zu der noch heute aktiven Nachbarschaft der „goldenen Pumpe“. Seit 1980 besteht die Nachbarschaft in dieser Form: Pumpen- und Kronenmeister sind zwar nicht mehr für die Wasserversorgung zuständig, sie tragen aber dazu bei, dass ein anderer Aspekt lebendig bleibt: Früher war die Pumpe ein Treffpunkt, um sich über das Dorfleben auszutauschen, heute bietet u.a. die sogenannte „Pumpenkirmes“ Gelegenheit zum geselligen Plausch.
Viele Traditionsbetriebe
„Haben Sie noch einen Lesetipp?“, fragt ein Kunde an der Kasse des Librariums. Natürlich hat sie einen: Hilka Ellenberger ist mit ihrer Buchhandlung vor zehn Jahren in die Marsstraße gekommen, bald zieht sie noch ein Stück stadteinwärts. „Wo auch ein Metzger und ein Bäcker ist, liegt ein Buchladen gut“, sagt sie lachend.
Zwischen den „relativ neuen“ Filialgeschäften, Arztpraxen oder der französischen Sprachschule von Valerie Petit liegen eine Reihe Traditionsbetriebe: Das Schuhhaus Tervooren besteht seit 100 Jahren. Franz Reineke eröffnete 1934 den Fahrradladen auf der Marsstraße, der mittlerweile mit einer anderen Hausnummer von seinem Enkel Heinz-Bert geführt wird.
Vater Heinrich ist immer noch aktiv. Im nächsten Jahr feiert das Waffenfachgeschäft Schmithüsen 125-jähriges Bestehen. „Uns hat es hier immer gut gefallen“, sagt Karin Schmithüsen. „Einzig die Poller,mit denen die Stadt die Fußgängerzone abgegrenzt hat, machen uns ein wenig Kummer.“
„Ein Wunschstandort“
Trotz regen Betriebs ist, abgesehen vom Weihnachtsgeschäft, kaum Hektik zu spüren. Ein netter Plausch mit den Verkäufern oder den Bekannten auf der Straße gehört für die meisten Xantener dazu.
Seit 1875 ist die Metzgerei Lemken in Familienhand, seit 1992 im jetzigen Gebäude. Ludger Lemken sieht den Standort zufrieden: „Jeder muss sich seine Nische suchen“, weiß er. Dass er neben Fleisch und Wurst auch ein umfangreiches Mittagsangebot anbietet, kommt bei den Kunden gut an. In der Nachbarschaft fühlt er sich wohl – auch die Pumpennachbarschaft ist noch aktiv.
„Das ist schon ein Wunschstandort hier“, sagt Barbara Herbst vom gleichnamigen Sportshop fröhlich. „Im Sommer kommen tausende Leute durch diese Straße und auch vom Weihnachtsmarkt profitieren wir.“ Sie selbst hat zwanzig Jahre in der Marsstraße gewohnt. Ihre Meinung dazu: „Total angenehm, nicht zu laut, sehr zentral!“ Wilfried Ziegler ist ebenfalls sicher: „Meine Wahl würde immer wieder auf die Marsstraße fallen.“
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