Xanten: Wenn die Mülltonne spricht
VON UWE PLIEN - zuletzt aktualisiert: 07.09.2006Xanten (RPO). Die Arbeitsgemeinschaft „Saubere Schule“ der Walter-Bader-Realschule in Xanten beteiligt sich mit einem Projekt am Schulwettbewerb der Industrie- und Handelskammer. Die ersten Tonnen sind bereits ausgeliefert.
16 Schüler sind dabei
Zur AG gehören Ann-Cathrin Simons, Michéle Theunissen, Martin Winnekens, Nils Holtmann, Ann-Cathrin Bentrup, Kathrin Aunkofer, Lena Verstegen, Kim-Nina Heckenbücker, Niklas van Fürden, Lars Paulus, Patrick Aurednik, Jonathan Brammen, Alexander Jansen, Karl-Philip Gesthuysen, Marc Kellendonk und Cagdas Sarikaya.
Bis ein Mülleimer sprechen kann, dauert es seine Zeit. „Anfangs zog es sich wie Kaugummi“, sagt Ralf Mengede, „aber dann hatten die Schüler irgendwann die zündende Idee.“ Mengede ist Lehrer für Biologie und Erdkunde und leitet die Arbeitsgemeinschaft „Saubere Schule“ an der Walter-Bader-Realschule in Xanten. 14 Schüler aus der Klasse 8c und zwei aus der 7a haben einen Mülleimer entwickelt und produziert, der sich äußert, wenn er „gefüttert“ wird. Was er von sich gibt, entscheiden die Realschüler oder ihre Auftraggeber.
Die ersten Eimer sind bereits fertig und teils auch schon an Kunden ausgeliefert. Zum Beispiel an einen Imbiss in Duisburg. Auch die Borther Metzgerei Tepaß hat einen geordert. Und bei der Interessengemeinschaft Gewerbetreibender Xanten haben sich die Schüler bereits persönlich vorgestellt. „Das Interesse war groß“, sagte gestern Schulleiterin Regina Schneider. „Es wird darüber nachgedacht, die Tonnen z.B. beim Weihnachtsmarkt einzusetzen.“
Mit Berührungsmelder
„Saubere Schule“ heißt die AG nicht ohne Grund. Immer mehr Müll fällt auch an der Bader-Realschule an. Vor allem, seit vor vier Jahren ein Bistro eröffnete. Das wollten die Schüler ändern. Sie entwickelten Ideen, das Endergebnis war die Sprech-Tonne. Lehrer Mengede erklärte gestern den Aufbau: Tonnen, von denen die Rheinberger Solvay zehn Stücke zur Verfügung stellte, und oben aufgesetzte Rohrstück der Neukirchen-Vluyner Kunststoff-Recycling-Firma Gött werden verbunden. Dazu kommen ein Tonaufzeichnungsmodul mit Berührungsmelder und ein Lautsprecher. Fällt nun Müll durchs Rohr in die Tonne, meldet sich die Technik und sagt: „Vielen Dank, Besuchen Sie uns bald wieder“ oder so etwas. Jede Tonne wird nach den Wünschen der Kunden gestaltet (z.B. mit Currywürstchen für die Imbissbude) und kostet 75 Euro.
Alle Bereiche abdecken
Béatrice Delassalle-Wischert, bei der IHK Koordinatorin für die Initiative Schule-Wirtschaft, unterstützt das Projekt. Denn die AG nimmt mit ihrer Arbeit am IHK-Schulprojekt Wirtschaft teil. „Uns kommt es darauf an, alle Bereiche, die für die Ausbildung eine Rolle spielen, abzudecken. Dazu gehören die Entwicklung eines Produktes ebenso wie die Präsentation. Schüler müssen wissen, dass sich ein Produkt besser vermarkten lässt, wenn man das richtige Outfit trägt.“ Um Chancen auf einen Sieg im Wettbewerb zu haben (als erster Preis winken 1000 Euro), müssen die Realschüler bis zum 23. September eine Mappe einreichen und ihr Projekt vor einer Jury persönlich und ausführlich präsentieren. In einem Moderationsseminar wurde das vorbereitet.
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