Xanten: Wo sich Welten geöffnet haben
VON SABINE HANNEMANN - zuletzt aktualisiert: 14.05.2007Xanten (RPO). Zu Theaterträumen für Groß und Klein lud die Bönnighardt-Schule ein. Im Mittelpunkt standen die Schüler, die auf der Bühne ihre Arbeit präsentierten. Applaus war für sie der schönste Lohn.
BÖNINGHARDT Es dürften Sternstunden für die jungen Akteure der Theater AG gewesen sein, am Samstag vor großem Publikum ihre Theaterträume vorzuführen. Dabei handelte es sich um selbst erarbeitete Szenen mit Piraten, Tanztheater mit Elfen oder um einen Liebestraum. Der kann – wie im Leben – platzen, wenn die Herzallerliebste eigene Wege geht. Aber auch das gehört dazu. Neue Liebesbande entwickeln sich und sei es mit der Krankenschwester, die den Herzschmerzkranken pflegt.
Der 18-jährige Daniel, Mitglied der Theater AG, war der Ideengeber. Er spielte die Hauptrolle in dieser Liebesgeschichte, die zur Musik von Franz Liszt in Szene gesetzt wurde. Daniel war nach seinem Auftritt glücklich. „Das ist anstrengend“, meinte er später, denn auch Lampenfieber hinter der Bühne gehörte dazu. „Schade, dass schon alles zu Ende ist.“
Schule Bönninghardt
Das Theaterprojekt wird an der Schule weitergeführt und soll demnächst sogar zwei Mal in der Woche stattfinden.
Die Präsentationen aller Theaterträume bis hin zur Zaubervorstellung werden nochmals im APX, am Tag der Begegnung wiederholt.
An der Bönninghardt-Schule werden 160 behinderte Schüler, davon 55 Schwerstbehinderte, von einem 43-köpfigen Lehrerkollegium unterrichtet.
Feuer und Flamme
Ulrike Baumeister, Fachlehrerin an der Bönninghardt-Schule, geizte mit Lob nicht. „Einfach toll. Wir sind einfach nur von dem Ergebnis begeistert“, meinte die 35-Jährige. Anderthalb Stunden wurde jeweils montags morgens geprobt. Die Theater AG, deren 16 Mitglieder aus allen Jahrgangsstufen kommen und von drei Lehrkräften betreut werden, waren Feuer und Flamme und engagiert bei der Sache. Lars Helmer, leitender Dramaturg und stellvertretender Intendant der Burghofbühne Dinslaken, zeigte sich über die Leistung der Theater AG sehr zufrieden: „Ihr Ausdruckmittel war bei diesen Szenen die Musik“, meint er.
Seit Herbst 2006 besteht auf Initiative des damaligen Kreisdirektors Wolfgang Rabe die Kooperation von Bönninghardt-Schule und Burghofbühne. Viel hat sich zwischen den Beteiligten an der Schule und vom Theater entwickelt, Welten haben sich geöffnet. „Wir wollen weitermachen. Das, was uns verbindet, ist tiefes gegenseitiges Vertrauen. Mir geben diese Begegnungen sehr viel Kraft und positive Energie“, stellte der 38-Jährige fest.
Die Vorführung der Theater AG sorgte am Nachmittag für großzügigen Applaus ebenso wie die Zaubervorstellungen der Unterstufe und der schwarz-weiß Film, der an der Schule Bönninghardt entstanden ist und unter dem Titel „Die kleine Streusel“ lief. Schulleiter Lothar Petrikowski sieht noch weitere positive Aspekte. Die Schüler hätten enorme Schritte in ihrer Entwicklung gemacht. Stärkere Belastbarkeit und Konzentration seien dabei nur ein Ergebnis: „Für die Schüler ist die Theaterarbeit eine enorme Herausforderung, der sie sich vor Publikum stellen.“
Enorme Entwicklungs-Schritte
Anerkennung kam auch aus dem Publikum, so von Hannelore und Gisbert Thelen, die ihren Enkel Lars zu der Schulveranstaltung begleitet hatten. „Haben die Kollegen gut gemacht“, meinte der 13-jährige Fußballfan und Mitschüler, der dafür sogar den spannenden Kampf um die Deutsche Meisterschaft vernachlässigte.
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