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Leichtathletik: Der sportliche Zweitjob

VON LAURA GASSELING - zuletzt aktualisiert: 21.06.2008

Nina Browder von der LG Alpen nimmt am Transalpine-Run teil. In acht Tagen möchte die Rheinbergerin rund 300 Kilometer quer durch die Alpen zurücklegen. Dafür trainiert die Lehrerin nicht nur in Laufschuhen.

Info

Start in Ruhpolding

So viele Kilometer machen sich bemerkbar: Alle zwei Monate muss sich Nina Browder, die für die LG Alpen startet, neue Laufschuhe kaufen. „Die Federung hält circa 800 Kilometer“, erklärt die Rheinbergerin.

Los geht’s am 30. August in Ruhpolding. Zieleinlauf ist am 6. September in Sexten.

www.transalpine-run.com

Alpen/Rheinberg 300 Kilometer zu laufen – das kann sich kaum jemand vorstellen. Nina Browder genießt es. Die 45-Jährige nimmt zusammen mit ihrer Freundin Sabine Weihofen am Transalpine-Run teil. 30 000 Meter durch Deutschland, Österreich und Italien quer über die Alpen liegen über acht Tage verteilt vor der Rheinbergerin. „Ich muss den ganzen Tag reden, beim Laufen kann ich endlich mal die Klappe halten“, schmunzelt die Englischlehrerin.

Mehr als 50 Marathons

Das Laufen ist für sie mittlerweile zum zweiten Job geworden. Zwischen 100 und 150 Kilometern legt die Extremsportlerin in der Woche zurück. Wenn es sein muss, steht sie dafür sogar schon morgens um fünf Uhr auf. Hinzu kommt noch die Zeit, die sie im Fitnessstudio, auf dem Fahrrad oder vor dem Boxsack verbringt. „Der Transalpine-Run ist der Hammer. Da muss ich gut drauf vorbereitet sein, “ weiß die durchtrainierte Pädagogin, die selbst, wenn sie ihren Freund in Hamb besucht, die Laufschuhe anzieht. Nina Browder läuft seit sie denken kann. Sie findet in dem Sport Ruhe und Frieden. „Beim Laufen verarbeite ich Erlebnisse, die andere Menschen wahrscheinlich in den Wahnsinn treiben würden. Die Erfahrung des Durchhaltens und nicht Aufgebens kann man sehr gut auf das Leben übertragen, “ sagt die Ausdauerläuferin, die schon in mehr als 50 Marathons und zehn „Ultras“ (Läufe, die länger als ein Marathon sind) gestartet ist. Ergebnisse interessieren sie kaum. Bevor sie sich vor zehn Jahren mit einer Sprachschule selbständig gemacht hat, war sie durchaus erfolgreich. Nun begeistert sie sich viel mehr für die Landschaft und die Atmosphäre abseits der Strecken. So ist sie total begeistert von dem Ultralauf im Westerwald (50 km) oder dem Eifelmarathon, an dem sie vor zwei Wochen teilnahm.

Eine große Herausforderung

300 Kilometer sind für Browder eine große Herausforderung. Ihre Ernährung hat die Ausnahmeathletin deshalb nicht umgestellt, aber zusätzliche Vitamine und Mineralien müssen sein, ebenso wie das Bier nach jedem Wettkampf. 100 000 Meter hat sie bereits im Jahr 2003 in Biel gelaufen. Die Entscheidung zu der noch drei Mal längeren Strecke fiel 2007. Seit dem laufen die Vorbereitungen für den Wettkampf, der Ende August beginnt. Danach wird sie zunächst eine Pause einlegen und nur noch gesunde zehn Kilometer dreimal wöchentlich zurücklegen. Ganz aufhören geht nicht. „Denn Laufen macht einfach froh, zufrieden und gesund – wenn man es nicht so übertreibt wie Sabine und ich momentan.“

Quelle: RP

 
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