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Tischtennis: Ein Absturz mit Ansage

VON RENE PUTJUS - zuletzt aktualisiert: 08.02.2012

Tischtennis (RP). Die Tischtennis-Abteilung des SV Menzelen kämpft ums sportliche Überleben. Beide Herren-Mannschaften haben sich während in der Saison vom Spielbetrieb abgemeldet. Das große Mai-Turnier findet wieder nicht statt.

Spielszene aus einer Verbandsliga-Partie: Thomas Christians (links) und Udo Gansel schlugen einst für den SV Menzelen auf.  Foto:  ralf Hohl (Archiv)
Spielszene aus einer Verbandsliga-Partie: Thomas Christians (links) und Udo Gansel schlugen einst für den SV Menzelen auf. Foto: ralf Hohl (Archiv)

Menzelen Die erfolgreichste Zeit der Abteilung liegt noch gar nicht so lange zurück. 2006 gelang der ersten Herren-Mannschaft des SV Menzelen der viel umjubelte Aufstieg in die Verbandsliga. Zum Team, dem Udo Gansel ein Gesicht gab, gehörten auch der Deutsch-Chinese Yiping Zang oder der Pole Pawel Pilawski, die eingekauft wurden. Die Euphorie hielt nicht lange an.

Es folgte alsbald der Abstieg, die Mannschaft fiel auseinander. Der sportliche Absturz endete in der Kreisklasse. Heute überwiegt Tristesse in der Abteilung, die 1968 gegründet wurde und schon seit geraumer Zeit keinen Leiter mehr hat. Der Tiefpunkt: Beide Herren-Mannschaften haben sich kürzlich vom laufenden Spielbetrieb zurückgezogen. Für die Jugend wird dringend ein neuer Übungsleiter gesucht. Und das große Mai-Turnier kann in diesem Jahr erneut nicht stattfinden.

Info

Rückkehr geplant

Die erste Tischtennis-Mannschaft, die in der 2. Kreisklasse antrat, löste sich Ende vergangener Woche auf. Die "Zweite" hatte sich bereits am 25. Januar aus der 3. Kreisklasse vom Spielbetrieb zurückgezogen.

Laut Werner Koop soll in der neuen Saison zumindest ein Herren-Team an die Platten zurückkehren.

Strukturen müssen stimmen

"Die aktuelle Situation macht mich natürlich sehr traurig", sagte Werner Koop, der das Tischtennis Ende der 60er Jahre zum SVM brachte, lange Abteilungsleiter war und bis zum Jahreswechsel für die "Zweite" an den Platten stand. Aus gesundheitlichen Gründen musste er aufhören. Da auch andere ältere Akteure nicht topfit sind oder immer wieder über Zipperlein klagen, reifte mit Beginn der Rückrunde die Entscheidung, die Saison nicht zu Ende zu führen.

"Es macht doch keinen Sinn, immer wieder Begegnungen abzusagen", erläuterte der 76-Jährige. Die Strafe in Höhe von 150 Euro ist da noch das kleinste Problem. Die Zukunft des Tischtennis in Menzelen sieht nicht rosig aus. Es fehlen Mitglieder, die mit anpacken wollen. Das gilt auch für die Organisation des Mai-Turniers, das einst an die 300 Akteure anlockte. 2010 fand die 35. Auflage statt. Bereits im vergangenen Jahr meldeten sich nicht genügend Helfer, so dass die bei den Amateuren der Umgebung so beliebte Veranstaltung flach fallen musste, wie Koop weiter mitteilte.

Werner Koop gründete die Tischtennis-Abteilung des SVM mit. Foto: ralf Hohl (Archiv)

Wie konnte es zu dem Absturz der Abteilung kommen? Für Peter Potjans aus dem Vorstand des Tischtennis-Kreis Niederrhein ist die Entwicklung keine Überraschung. Der sportliche Niedergang sei hausgemacht. "Wenn man über Jahre die Jugendarbeit vernachlässigt und keinen Unterbau hat, muss man sich nicht wundern. Die Strukturen hinter den ersten Senioren-Mannschaft müssen stimmen. Schade, dass ein alteingesessenen Verein mit so massiven Problemen zu kämpfen hat", so Potjans, der in dem Zusammenhang an BW Sevelen erinnert. "Der Club lag auch am Boden und hat sich wieder bekrabbelt."

Wolfgang Clanzett, der Vorsitzende des Gesamtvereins, machte deutlich, dass beim SV Menzelen weiter vor den 2,7 Gramm schweren Ball geschlagen werden soll. Am nächsten Montag gibt's eine außerordentliche Vorstandssitzung, wo auch nach Ideen gesucht werde, wie man der Tischtennis-Abteilung wieder neues Leben einhauchen kann. "Wichtig ist vor allem, dass wir einen qualifizierten Übungsleiter für die Jugend finden. Wir müssen mehr auf den Nachwuchs bauen", sagte Clanzett.

Quelle: RP


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