Kampfsport: Ein Meister mit Stock
VON RENE PUTJUS - zuletzt aktualisiert: 16.11.2007Max Mühlbeyer trainiert bei der Concordia in Ossenberg die Kampfkunst Kobudo. In Bayern wurde der 20-Jährige jetzt mit einem 91 Zentimeter langen Stock (Hanbo) Deutscher Meister in der Kategorie „Formen“.
Ossenberg Mit Argusaugen verfolgen die drei Richter die Hände und den Stock aus Wengeholz. Die Bewegungen sind fließend. Max Mühlbeyer hat seine Waffe unter Kontrolle. Der 20-Jährige von Concordia Ossenberg überzeugt an diesem Tag im bayrischen Hammelburg bei seinen vier Technik-Vorstellungen (Katas). Mehr noch. Die Richter finden ihn meisterlich. Sie kürten Mühlbeyer bei der Deutschen Kobudo-Meisterschaft im Formen-Wettkampf mit dem Titel in der Gruppe Kyu-Grade. Es ist der größe Erfolg für den Kampfkünstler mit dem Hanbo, einem 91 Zentimeter langem Stock. „Mit dieser Platzierung habe ich niemals gerechnet“, sagte der Zivildienstleistende aus St. Tönis.
Schuhmann Achter
Die japanische Kampfkunst hat in Deutschland ungefähr 1500 Anhängern.
Bei der Meisterschaft in Bayern trat noch ein Ossenberger an: Tobias Schuhmann belegte in der Kata-Gruppe Kyu-Grade den achten Platz.
Waffe keinmal verloren
An Koordination, Geschicklichkeit und Körperbeherrschung mangelt es Max Mühlbeyer nicht. Die Eigenschaften sind Grundvoraussetzung, um die anspruchsvolle japanische Kampfkunst ausüben zu können. Obwohl er erst seit eineinhalb Jahren dabei ist, setzte er sich in Bayern gegen starke Konkurrenz durch. Trainer Thomas Mayer-Gall, ein Dan-Träger, hat durch die intensive Betreuung im Ossenberger Sportcenter einen großen Teil dazu beigetragen. Der bei allem Praxistraining die Wertevermittlung nicht vergisst. Mühlbeyer konnte jedoch auf Vorkenntnisse zurückgreifen. Denn er ist auch Kampfsportler. Seit mehr als zehn Jahren betreibt der 20-Jährige Shotokan-Karate. Basiselemente des Kobudo kommen aus dem Karate.
In Hammelburg setzte sich Max Mühlbeyer gegen 15 Konkurrenten durch. Entschlossen, auf den Punkt konzentriert trat er mit dem Hanbo vor die Richter. „Ich habe die Waffe keinmal verloren“, sagte er. Während des Wettkampfes kam es nicht zum Kontakt mit den anderen Kampfkünstlern.
Ein Malheur in der Küche
Die Aktiven, die zwischen dem Hanbo und der längeren Variante Bo (182 Zentimeter) wählen konnten, stellten sich imaginären Gegnern. Am Ende der Meisterschaft hatte der junge Mann aus St. Tönis schließlich die Nase vorn. „Kobudo gefällt mir, weil dort viele Aspekte zu finden sind, die es im Karate nicht gibt“, so Max Mühlbeyer, der zudem regelmäßig in den heimischen vier Wänden die Formen trainiert. Da geht auch schon mal die Glühbirne in der Küche kaputt. „Das war aber bisher das einzige Malheur, das mir unterlaufen ist“, meinte er mit einem breiten Grinsen.
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