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Fußball: Gladbach-Fan im "Fohlen"-Trikot

VON BEATE WYGLENDA - zuletzt aktualisiert: 25.05.2011

WM-Vorfreude Jil Heiden ist nicht nur Anhängerin der Borussia, sondern sie spielt auch für ihren Lieblingsverein. Die Zwölfjährige aus Ginderich, die zur U14-Mannschaft gehört, wurde während eines Fußballcamps entdeckt.

Jil Heiden wurde vor eineinhalb Jahren von den Scouts von Borussia Mönchengladbach entdeckt. Zuvor spielte sie beim TuS Xanten und Borussia Veen.   Foto: RPO
Jil Heiden wurde vor eineinhalb Jahren von den Scouts von Borussia Mönchengladbach entdeckt. Zuvor spielte sie beim TuS Xanten und Borussia Veen. Foto: RPO

Ginderich Mit vier Jahren kam Jil Heiden zum Fußball, wegen eines anatomischen Problems. Sie hatte im Kleinkindalter eine krumme Wirbelsäule, woraufhin ein Arzt ihr zu diesem Mannschaftssport riet. Da Vater Thomas regelmäßig vors runde Leder trat und seine Tochter früh Geschick am Ball bewies, wurde sie Mitglied der Bambini des TuS Xanten. Mit neun Jahren wechselte die Gindericherin dann in die Mädchen-Mannschaft der Veener Borussia, wo ihr außerordentliches Talent richtig sichtbar wurde. Sie erzielte in einer Halbserie 30 Tore und führte ihr Team von einem Sieg zum nächsten. Doch genau diese Konkurrenzlosigkeit langweilte das Talent irgendwann.

In der Innenverteidigung

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Gegen Jungen-Teams

Die Meisterschaftspartien trägt Jil mit der Borussia in der Kreisklasse gegen Jungen-Teams aus, da Mädchen-Manschaften auf diesem spielerischen Niveau "zu verstreut liegen" und Fahrstrecken zu lang wären.

"In dem Alter kommt es noch weniger auf die Resultate an. Hier geht es darum, dass die Mädchen gefordert und gefördert werden. Das geht am besten in der Jungenklasse", sagte Kyle Berger, der Koordinator des Frauen- und Mädchenfußballs des Vereins.

"Wir haben zwar immer gewonnen, doch für mich gab's keine richtige Förderung", sagte Jil (12). Und ihr Vater ergänzte: "In vielen Spielen wurde sie nach drei erzielten Toren ausgewechselt, um schlechteren Spielern eine Chance zu geben." Also nahm die Schülerin privat an Talentförderungsprogrammen teil. Die Wende in ihrer Karriere kam allerdings erst, als Jil, mittlerweile Auswahlspielerin, sich vor eineinhalb Jahren während der Herbstferien zum Fußballcamp von Borussia Mönchengladbach anmeldete. Es war das erste, das der Traditionsverein für Mädchen organisierte. Für Gladbach-Fan Jil war's natürlich eine Ehrensache, mitzumachen. Und sie stach mit ihren besonderen Fähigkeiten aus der Menge heraus, weshalb sie "eingeladen wurde", zu ihrem Lieblingsverein zu wechseln. "Beim ersten Training war ich etwas nervös. Da waren zum ersten Mal Spielerinnen dabei, die stärker waren als ich." Die Schülerin setzte sich durch und ist mittlerweile Stammspielerin in der Innenverteidigung. Und das bei einem Kader von 22 Kickerinnen. Da heißt es stets: Immer hundert Prozent geben. "Wenn man ein oder zweimal schlecht beim Training war, ist man gleich raus aus der Mannschaft", weiß Jil. Neben den Einheiten des Clubs (zweimal wöchentlich) bekommt sie zusätzliches Fördertraining. Für die Ferien händigt der Club Jil einen Trainingsplan aus, den sie selbstständig abarbeiten muss – und immer sind die strengen Ernährungsvorgaben einzuhalten. Da ist Unterstützung wichtig. Ihre Familie steht fest hinter ihr. Eltern oder Großeltern fahren sie zum Training. Auch Jils Lehrer von der Marienschule in Xanten nehmen Rücksicht und geben ihr bei wichtigen Terminen frei.

"Manchmal, wenn sie vom Training nach Hause kommt und man meint, sie müsste erledigt sein, greift sie wieder zum Fußball", schmunzeln die Eltern. Jil erfüllt es mit Stolz, das Trikot ihres Lieblingsclubs tragen zu dürfen. Bei Feierlichkeiten konnte sie ihre männlichen Idole kennenlernen. Ihren Erfolg hängt das Talent nicht an die große Glocke. Ihr Ziel ist aber klar: "Ich will einmal Bundesliga- und Nationalspielerin werden."

Quelle: RP

 
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