Reitsport: Grewe – ein Jockey mit Prinzipien
VON RENE PUTJUS - zuletzt aktualisiert: 27.12.2010Henk Grewe gehört zu den erfolgreichsten Galoppreitern in Deutschland. Der 28-jährige Krefelder, der in Rheinberg zur Schule ging, schließt das Jahr auf Rang sechs der nationalen Rangliste ab. 45 Rennen hat er bisher in 2010 für sich entschieden.
Ein ruhiger Jahresausklang sieht anders aus. Henk Grewe, einer der erfolgreichsten deutschen Jockeys im Galoppsport, hat auch zwischen Weihnachten und Silvester einen vollen Terminkalender. Gestern ein Renntag in Neuss, heute im französischen Deauville in der Normandie im Einsatz, am 31. Dezember wieder ein Start auf der Neusser Sandbahn. "Das bringt dieser Beruf nun mal mit sich. Ich möchte trotzdem nicht tauschen. Es ist immer noch mein Traumjob", sagt der 28-jährige Krefelder, der eine Rheinberger Grundschule besuchte und 2003 das Amplonius-Gymnasium mit dem Abitur verließ. Das Jahr 2010 schließt Grewe, der in Appeldorn aufwuchs, auf Platz sechs in der deutschen Rangliste ab. Das steht schon jetzt fest. Unter die Top Five wollte er kommen. So lautete jedenfalls das Ziel vor Saisonbeginn. Mit Position sechs kann er aber durchaus leben. Immerhin hat der Deutsche Meister der Amateurreiter von 2002 in den zurückliegenden zwölf Monaten 45 Rennen (davon sechs im Ausland) für sich entscheiden können.
Über 270 Erfolge
Henk Grewe wohnt mit seiner Frau Natascha zwei Kilometer von der Krefelder Rennbahn entfernt.
Sein erstes Rennen bestritt der gebürtige Appeldorner im Februar 1999 in Dortmund. In Magdeburg feierte er dreieinhalb Monate später seinen ersten Sieg.
Mittlerweile stehen für Grewe 273 Erfolge – davon 20 im Ausland – zu Buche.
Als seine größen Triumphe bezeichnet Grewe die bei den Gruppe-Rennen in Bremen 2010 auf "Ovambo Quenn" sowie Frankfurt 2006 auf "Prince Flori".
Kontakt: www.henk-grewe.de
Keine Kalorienbomben
Um erfolgreich zu sein, muss Grewe diszipliniert sein und Verzicht üben – gerade zur Weihnachtszeit. Kalorienbomben sind tabu für ihn. Eine bewusste Ernährung hat oberste Priorität. Zwischen 54 und 55 Kilogramm liegt sein Idealgewicht für den nicht ganz ungefährlichen Sport im Sattel. Er joggt täglich, fährt zudem viel Fahrrad und sitzt regelmäßig in der Sauna. Die restliche Freizeit verbringt der Krefelder, der nur über die Flachstrecke an den Start geht, weil Hindernisrennen zu gefährlich seien, mit Ehefrau Natascha. Sein Hauptarbeitgeber ist derzeit der bekannte Trainer Mario Hofer, der auf seiner Anlage im Stadtwald rund 120 Pferde betreut. Eine sechstägige Arbeitswoche ist eher die Regel als Ausnahme. "Ich bin ein zufriedener Angestellter. Als Jockey kann man sehr gut leben", verrät der 28-Jährige, der sich mindestens einmal die Woche Zeit nimmt, um seine Mutter Monika Danzinger-Grewe in deren Rheinberger Krankengymnastik-Praxis zu besuchen. Auch eine optimale Fitness ist Grundvoraussetzung für den Beruf. "Und die Gesundheit muss mitspielen. Bisher habe ich mir die Hand und den Fuß gebrochen. Ich bin also noch glimpflich davongekommen", so Grewe, der nach eigener Aussage wesentlich intensiver für seine Arbeit lebt als noch vor einigen Jahren.
Das Deutsche Derby gewinnen
Er legt überdies Wert auf die Feststellung, dass er kein Stalljockey sei, sondern für verschiedene Pferdebesitzer tätig sein möchte. Die Reisen ins Ausland hätten zugenommen. Vor allem in Frankreich, aber auch in Belgien und Italien wird er für Galopprennen engagiert. Dort kann Henk Grewe aber nicht seinen großen Traum erfüllen. Dafür zieht's ihn in den hohen Norden. "Ich möchte einmal das Deutsche Derby in Hamburg gewinnen. Das wäre sensationell."
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