Fußball: In Millingen muss sich was ändern
VON RENE PUTJUS - zuletzt aktualisiert: 27.12.2011Fußball (RP). Der Fußball-Bezirksligist schwebt in akuter Abstiegsnot. Trainer und Vorstand machen den Hauptgrund für die schlechte Platzierung an der falschen Einstellung der Spieler fest. Sie wollen 2012 andere Seiten aufziehen. Kicker, die nicht mitziehen, können gehen.
Millingen Sein erstes halbes Jahr als Trainer beim SV Millingen hat sich Torben Sowinski doch etwas anders vorstellt. Sicherlich wusste der Sonsbecker, dass die Mannschaft, die zahlreiche Leistungsträger in der Sommerpause verloren hatte, in der Fußball-Bezirksliga keine Bäume ausreißen und lediglich um den Klassenerhalt spielen würde. Doch früh in der Saison tauchten Baustellen abseits des Rasens auf, die immer größer wurden und letztlich eine bessere Platzierung als den vorletzten Tabellenrang nicht zuließen.
Die Einstellung ließ zu wünschen übrig. Einsatz und Wille fehlten. Persönliche Dinge standen im Vordergrund. So fühlten sich Coach, der viel zu oft mit sechs, sieben Balltretern trainieren musste, obwohl der Kader breiter aufgestellt war, und Vorstand wie vor den Kopf gestoßen. Im RP-Gespräch kündigten Sowinski und Uli van den Sandt (stellvertretender Abteilungsleiter) an, andere Seiten aufzuziehen. Kicker, die nicht mitziehen und nicht "hundertprozentig" bei der Sache sind, haben schlechte Karten beim SVM. "Das Engagement, das die Leute im Umfeld und Trainerteam einbringen, erwarten wir auch von der Mannschaft. Es gibt keinen Welpen-Schutz mehr", sagte van de Sandt. Der Teamgedanke müsse wieder in den Mittelpunkt rücken. Beim Umgang untereinander kündigte der Trainer, der in der Hinrunde keinmal die gleiche Anfangself aufbieten konnte, Veränderungen an: "Wir werden eine intensivere Kommunikation pflegen." Heißt auch: Schnell getippte Absagen per SMS gehören der Vergangenheit an.
Znak kommt aus Goch
Der SV Millingen, die schwächste Heimmannschaft der Gruppe 9, hat 15 Punkte aus 16 Spielen geholt.
Patrick Znak (Viktoria Goch) hat sich dem Tabellenvorletzten angeschlossen und soll die Offensive beleben. Weitere Spieler könnten dazustoßen, sagte Trainer Torben Sowinski.
Er kann im kommenden Jahr Sebastian Koepe, der bisher nicht regelmäßig trainieren konnte und nur sporadisch zur Verfügung stand, fest im Kader begrüßen.
"Der Kader hat die Qualität, die Bezirksliga zu halten. Nur muss eben die Einstellung stimmen. Und jeder Spieler muss in jeder Partie an sein Maximum gehen", betonte der Coach. "Wir sind nicht mehr in der B-Liga. In der Bezirksliga muss man sich anders präsentieren", ergänzte van de Sandt, der an Danny Rankl erinnert. Der Goalgetter, der die Millinger vor eineinhalb Jahren in die Bezirksliga schoss und dann beim SV Sonsbeck eine neue Herausforderung suchte, habe stets alles für den Verein gegeben. "Da können sich 95 Prozent des aktuellen Kaders eine Scheibe abschneiden", wetterte das Vorstandsmitglied, der vor einigen Wochen ein Zeichen setzte, als er Orkan Erdogan aus disziplinarischen Gründen rausschmiss. Der lange verletzte Bernd Barra gehört ebenfalls nicht mehr dazu. Die beiden Keeper Tim Wormann sowie Marcel Grewe, Sebastian Wardemann und Max Kaffka lobten Coach und van de Sandt für ihren Trainingsfleiß. Sowinski kündigte eine "intensive Vorbereitung" auf die Rückrunde an. Er fordert, dass alle etablierten Spieler mit gutem Beispiel vorangehen, sich voll reinhängen, um so die Grundlage für eine erfolgreichere zweite Saisonhälfte zu legen.
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