Jugendfuball: Ohne Ball geht's nicht
VON STEFANIE KREMERS - zuletzt aktualisiert: 28.01.2012Jugendfuball (RP). Prince Kimbakidila kickt für den TuS Xanten und Borussia Mönchengladbach. Er fährt einmal wöchentlich zum Training der "Fohlen". Ab Sommer wird der 13-Jährige endgültig Nachwuchsspieler des Bundesligisten.
Der Ball gehört an den Fuß – so sieht das jedenfalls Prince Kimbakidila. Und wenn es nicht gerade das runde Leder auf dem Sportplatz ist, muss in der Wohnung der kleinere Tennisball herhalten. Der Ballsport nimmt einen wichtigen Stellenwert für den 13-Jährigen ein. Geschickt manövriert er in der Wohnung das gelbe Spielgerät aus Stoff durch den Flur. Mal mit der Seite, mal mit der Fußsohle. Der Xantener hat Talent – das fällt sofort auf. Nicht umsonst trainiert der Realschüler seit dieser Saison wöchentlich bei Borussia Mönchengladbach mit und absolvierte bereits Freundschaftsspiele – mit Torerfolg.
Borussia-Ausbildung
Die Borussia gliedert ihre Ausbildung in drei aufeinander aufbauende Abschnitte:
der Basisbereich (U9- bis U14-Mannschaften), der Leistungsbereich (U15 bis U19) und der Übergang zum Seniorenfußball (Schnittmenge aus U23-, U19- und teilweise U17-Talenten).
Mit vier Jahren fing Prince bei den Bambini des TuS Xanten an. Auch jetzt noch steht er mit der C-Jugend auf dem Rasen im Fürstenberg-Stadion. Dann stürmt Prince entweder über den rechten Flügel oder bringt die gegnerische Abwehr mit seiner Schnelligkeit direkt im Sturmzentrum durcheinander. Seine schnelle und flinke Spielweise, seine Technik und die nötige Übersicht sind auch dem Scout und später den Nachwuchstrainern des Bundesligisten aufgefallen. Im Sommer soll es dann für ihn endgültig zu den "Fohlen" gehen.
Dann seien die Probleme mit dem Fahrdienst aus dem Weg geräumt, erklärte Prince. Zum zweistündigen Training in Mönchengladbach holt ein Fahrer den Siebtklässler jeden Donnerstag ab. Gefördert wird der Schüler bei der Borussia allemal. "Dort sind die Übungen viel schneller und schwieriger", sagte der Nachwuchskicker. Gesichtet wurde Prince bei einem Turnier der Niederrhein-Auswahl in der Sportschule Duisburg-Wedau. Zuvor waren die besten 60 Spieler bei einer Sichtung des Kreis Moers ausgewählt worden. Unterstützung erhält der Jugendliche von seiner Familie. Seine Mutter begleitet ihn regelmäßig zum Training. Sein älterer Bruder kickt erfolgreich in der Jugend von Rot-Weiß Essen.
Fan des FC Barcelona
Zusammen verfolgt die fußballbegeisterte Familie, die ursprünglich aus dem Kongo stammt, vor dem heimischen Fernseher die Bundesliga. Neben Borussia Mönchengladbach drückt Prince einem internationalen Team die Daumen. Der FC Barcelona und besonders sein Star Lionel Messi faszinieren ihn, der nebenbei noch Tischtennis in der Schule spielt. "Er hat einfach alles, was ein Fußballer so braucht", äußerte sich Prince über Messi, den mehrmaligen Weltfußballer des Jahres. Seinem Idol möchte er natürlich nacheifern. Sein Geld will der Xantener deshalb später als Profikicker verdienen. Auch nach einem halben Jahr ist das Talent noch aufgeregt, wenn er zur Borussia fährt. Schließlich hat er bereits Mike Hanke, der Spieler des Bundesligisten ist, näher kennenlernen dürfen. Prince weiß: Auch der wird mit Sicherheit klein angefangen haben – womöglich mit einem Tennisball am Fuß.
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