Aus den Vereinen: Vorbilder im Sportverein
VON RENE PUTJUS - zuletzt aktualisiert: 28.01.2012Aus den Vereinen (RP). Sie investieren viel Freizeit für "ihren Club". Mit ihrem ehrenamtlichen Engagement leisten sie im Hintergrund wichtige Basisarbeit. Der KreisSportBund ehrte Mitglieder für ihren vorbildlichen Einsatz.
Fast neun Millionen Bundesbürger leisten in unterschiedlichsten Funktionen monatlich über 37 Millionen Stunden ehrenamtliche Arbeit in den Sportvereinen. "Dieser Einsatz schafft einen enormen Gewinn an Lebensqualität in unserer Gesellschaft und sichert die Zukunft der Clubs", weiß der Deutsche Olympische Sportbund. Der Vorstand des KreisSportBund (KSB) Wesel um Heinrich Gundlach schließt sich dieser Kernaussage an und lud nun erstmalig in einer eigenen Veranstaltung besonders fleißige Ehrenamtliche nach Alpen ein, um sie für ihren "vorbildlichen Einsatz" auszuzeichnen.
"Das Ehrenamt im Sport kommt oft zu kurz, weil es als selbstverständlich vorausgesetzt wird", sagte Gundlach. Auch Alpens Bürgermeister Thomas Ahls würdigte die Tätigkeit: "Sie übernehmen vor Ort eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe." Unter den geehrten Personen waren auch eine Frau und vier Männer aus hiesigen Sportvereinen.
Urkunde und Rose
23 Frauen und Männer wurden in der Alpener Gaststätte "Burgschänke" ausgezeichnet. Sie bekamen neben der Urkunde eine langstielige, weiße Rose überreicht.
Der KSB Wesel möchte mit dieser jährlichen Veranstaltung das Ehrenamt im Sport aufwerten und ehrenamtlich Tätige, die nicht immer im Mittelpunkt stehen, "sondern sich in der Stille einsetzen, für ihren vorbildlichen Einsatz auszeichnen". Die Ehrenamtlichen wurden von den jeweiligen Stadt- und Gemeindesportverbänden vorgeschlagen.
Ruth Willemsen (Borussia Veen): Seit über 25 Jahren engagiert sich die Mutter von drei Söhnen bei den "Krähen" auf vielen Ebenen. "Und das mit einem hohen Maß an Kompetenz. Ihre Qualifikation erweitert und verbessert sie durch regelmäßige Teilnahme an Fortbildungen des LandesSportBund", sagte Laudator Theo Rous. "Ich möchte auch Vorbild für jüngere Menschen sein", meinte Willemsen vor einiger Zeit im RP-Gespräch. So leitet sie unter anderem eine Tanzgruppe, die Frauen-Abteilung, organisiert Radtouren und fährt als Betreuerin mit ins Ferienlager der Veener. "Sie versteht es, auch andere für sportliche und gesellschaftliche Aufgaben zu begeistern", meinte Rous weiter.
"Mit großer Hingabe"
Walter Weyhofen (SV Millingen): Für den Vorstand war schnell klar, wer für den KSB-Ehrenamtspreis vorgeschlagen werden muss. Und so fiel die Wahl einstimmig auf Walter Weyhofen. Der Rentner (77) ist seit 1948 Mitglied des SVM und kümmert sich seit mehr als einem halben Jahrhundert "mit großer Hingabe" um die Sportanlage, wie Laudator Ulrich Glanz mitteilte. Der gute Zustand sei nicht allein Verdienst des städtischen Dienstleistungsbetriebs. Der ehemalige Torwart schaut fast täglich nach dem Rechten – entleert Abfalleimer, beseitigt Unkraut oder übernimmt Markierungsarbeiten.
Norman Pötschulat (DLRG-Ortsgruppe Orsoy): Der Retter ist 1978 im Alter von zehn Jahren dazu gestoßen und hat seitdem in zahlreichen Funktionen gewirkt. Pötschulat hat Schwimmschüler sowie Bootsführer ausgebildet und war Jugendbetreuer. "Er hat den Verein in Teilen mitgeprägt und auch manche positive Impulse geben können", sagte Glanz über Pötschulat, der sich zudem seit 1998 um den Internetauftritt der Ortsgruppe kümmert.
Wichtiger Unterstützer
Helmut Tekath (Viktoria Birten): Der 73-Jährige ist ein Birtener Urgestein und hat viele Freunde in dem Dorfverein. Tekath, der sich für keinen Job zum Wohle der Viktoria zu schade war, ist seit über 60 Jahrzehnten Mitglied und war unter anderem als Kassierer in verschiedenen Abteilungen tätig. Der umtriebige Ruheständler packte kräftig mit an, als auf der Anlage umgebaut wurde oder neue Dinge aus Beton entstanden. "Er ist immer noch ein wichtiger Unterstützer im Hintergrund", so Laudator Helmut Reis.
Dieter Tönnissen (SSV Lüttingen): Die Fußballer der Umgebung kennen ihn seit rund 40 Jahren mit der Pfeife im Mund. Der Schiedsrichter (60) gehört quasi zum menschlichen Inventar der "Fischendörfler". Tönnissen war bei der "Wiedergeburt" des Clubs 1975 mit dabei und 35 Jahre als Platzwart tätig. Zudem gehört er zu den Gründungsmitgliedern der Xantener DLRG-Ortsgruppe.
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