Handball: Wie der Handball verbindet
VON STEFANIE KREMERS - zuletzt aktualisiert: 10.02.2012Handball (RP). Für die Mädchen B des TuS läuft derzeit eine Austauschschülerin auf, die in der Nähe von Barcelona lebt. Hanna Figini gehört zu den Führungsspielerinnen. Im Juni nimmt ihre Gastmannschaft an einem Turnier in Spanien teil.
Linkshänder sein – eine begehrte Eigenschaft im Handballsport. Keine Frage, dass Silvio Husung, Trainer der B-Juniorinnen des TuS Xanten, aufmerksam wurde, als er das erste Mal Hanna Figini bei einem platzierten Wurf mit links aufs Tor beobachte: "Ich habe sofort gesehen, dass sie Talent hat." Heute – ein halbes Jahr später – zählt die Spanierin zu den Führungskräften der Mannschaft. Sie ist mit dafür verantwortlich, dass das Team ungeschlagen an der Spitze in der Kreisliga steht und an der Qualifikation für die Verbandsliga teilnimmt.
In der Europaklasse
Im vergangenen Sommer kam die 16-Jährige, die in einem Vorort von Barcelona lebt, in die Domstadt. Dort besucht sie die Europaklasse des Stiftsgymnasiums. Dass Hanna aus Spanien kommt, ist kaum zu hören. Denn Deutsch spricht sie nahezu perfekt. "Nur mit dem Schreiben und Lesen hapert es ein wenig", meinte die Handballerin, die seit ihrem 13. Lebensjahr auf eine deutsche Schule in der Hauptstadt Kataloniens geht. Ihre Wurzeln hat Hanna in Deutschland, ihre Mutter stammt aus Hamburg. Ihre Begeisterung für den Ballsport, den sie mittlerweile seit zehn Jahren betreibt, ist kaum zu übersehen. Deshalb stand schon bei der Planung für den Austausch fest, dass sie sich in Xanten einen Verein sucht.
Esportiu Castelldefels
Im nächsten Jahr soll ein Gegenbesuch von Hannas Heimatverein Esportiu Castelldefels in der Domstadt stattfinden.
Durch diese Verbindung erhofft sich Trainer Silvio Husung, dass eine Partnerschaft mit dem spanischen Club entsteht.
Umso glücklicher war die zierliche und wendige Schülerin, als sie durch ihre Gastschwester vom TuS erfuhr. Unterschiede fand Hanna im Trainingsalltag kaum vor. Lediglich der Respekt vor dem Übungsleiter sei in Deutschland um einiges höher. "Hier hören die Spielerinnen mehr zu, haben Motivation und lachen trotzdem viel zusammen", erklärte die Jugendliche, die sich mit ihren Mitspielerinnen bestens versteht. Ein Teil besucht sogar mit ihr das Gymnasium.
Zwölf Mädchen zelten im Garten
Umso mehr freut sich die Spanierin darauf, ihren neuen Freundinnen bald ihre Heimat zu zeigen. Anfang Juni an Fronleichnam geht es für die zwölf Mädchen samt Coach Silvio und Ehefrau in Hannas Heimatstadt Castelldefels, die 20 Minuten von der Innenstadt der Millionenmetropole entfernt liegt.
Dort treffen die Xantenerinnen auf das Team von Hanna und nehmen an einem Turnier teil. Besonders freuen sich die Mädchen auf das warme Klima. Hannas Garten, indem die Mannschaft für vier Tage ihre Zelte aufschlagen wird, liegt nur 100 Meter vom Strand entfernt. Sightseeing und Shopping stehen für die B-Mädchen in Barcelona ebenfalls auf dem Programm. Und vielleicht findet Trainer Husung in Spanien dann ja noch weitere Talente, die sein Team verstärken möchte.
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