Erkelenz: 40 Jahre Hauptschule Erkelenz
VON THOMAS MAUER - zuletzt aktualisiert: 30.09.2009Erkelenz (RPO). Mit einem vielfältig gestalteten Ausflug in die eigene Geschichte feierte die Gemeinschaftshauptschule ihr Bestehen. Auch eine umfangreiche Dokumentation über das jüdische Leben in der Stadt gehörte zum Programm.
"Sie sehen heute richtig gut aus!" Das Kompliment erklang wiederholt aus dem Munde männlicher und weiblicher Jugendlicher. Der Leiter der Gemeinschaftshauptschule, Erich Konietzka, nahm's gelassen. Zum 40-jährigen Bestehen hatte sich nämlich die gesamte Hauptschule herausgeputzt. Unter dem Motto "40 Jahre GHS Erkelenz – Zeitgeschichte(n)" waren alle Schüler und Lehrer fleißig gewesen. Da standen Holztiere und Vogelhäuschen zum Verkauf, auf Tafeln vor den Klassenzimmern hatten die Schüler Entwicklungen grafisch dargestellt oder einen Bericht über die Sieger im Lesewettberb mit Bildern illustriert.
Schule früher und heute
Es wurden Cocktails – natürlich ohne Alkohol – gemixt und an einer tropisch gestalteten Bar den Besuchern angeboten. Die Hauswirtschaftsabteilung hatte Kochrezepte zusammengetragen, der Besucher erfuhr, wie eine "Saure Kartoffelsuppe" zubereitet wird. Auch eine umfangreiche Dokumentation über jüdisches Leben in Erkelenz lud zum Lesen und Betrachten ein. Schüler der Jahrgangsstufe sieben zeigten mit kleinen Theaterdarstellungen anschaulich, wie Schule einst war, heute ist und morgen vielleicht sein wird. Aber man stieß auch auf Spuren täglichen Unterrichts, zum Beispiel bei einer Warnung an diejenigen, die ihre Kaugummis unter Tische oder Stühle kleben. Denen werden Zusatzarbeiten angedroht.
GHS Erkelenz
Schülerzahl In diesem Schuljahr werden 569 Schüler in 29 Klassen von rund 60 Lehrern unterrichtet.
Zwei Sozialpädagogen und einige Streitschlichter sorgen für Ruhe innerhalb des Hauses.
Kosten Etwa 100 Euro muss jedes Kind im Jahr (ohne Klassenfahrten) zusätzlich aufbringen, zum Beispiel für Hefte oder Bastelmaterialien.
Zusatzqualifikation Ein halbes Jahr lang absolvieren die Jugendlichen einmal in der Woche ein Praktikum in einem Betrieb.
"Unsere Schule ist Spiegelbild unserer Gesellschaft," sagte Schulleiter Konietzka. "Wir versuchen, unsere Schüler so gut wie möglich für ein späteres Berufsleben zu qualifizieren. Damit wollen wir eine qualitative Alternative für andere Schultypen sein." Dazu gehören Praktika, die die Schüler absolvieren müssen. Die Hauptschule hat Kooperationsverträge mit zahlreichen Unternehmen und Einrichtungen in der Stadt geschlossen. "Da werden nicht nur Regale bestückt, sondern die schauen sich die Praktikanten richtig an und prüfen, ob vielleicht später eine Ausbildung möglich ist." Im vergangenen Schuljahr lag die "Versager-Quote" bei 2,4 Prozent, wies der Lehrer mit Stolz auf die Ergebnisse pädagogischen Arbeitens hin. Fast 50 Abgänger hätten die mittlere Reife erreicht, nahezu 20 die Befähigung für die gymnasiale Oberstufe.
Das Umfeld mit vielen Unternehmen im Stadtgebiet biete optimale Möglichkeiten für die Schule. "Der Trend der Unternehmen, lieber einen Abiturienten zu nehmen, ist rückläufig. Berufsbezogene Qualifikationen und soziale Kompetenzen sind zunehmend gefragt. An der Stelle haben wir mit unserer Ausbildung gute Chancen", betonte Konietzka. Die Schule sei gut aufgestellt.
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