Kreis Heinsberg: Alkohol nicht missbrauchen
VON ANDREAS SPEEN - zuletzt aktualisiert: 21.11.2009Kreis Heinsberg (RPO). In Spitzenzeiten – wie im Karneval – sollen im Kreis Heinsberg 400 bis 500 Plakate junge Menschen von zu starkem Alkoholkonsum abhalten. Der Kreis stellte eine neue Kampagne vor und führt Promillescouts ein.
Alkohol zu trinken, ist von der Gesellschaft in einem gewissen Maß anerkannt – manchmal neigen vor allem jüngere Menschen jedoch dazu zu übertreiben. Der erhobene Zeigefinger ist eine Methode, sie vor den Folgen zu warnen. Im Kreis Heinsberg haben sich die Jugendämter, die Polizei, das Gesundheitsamt, Ordnungsamt und Schulamt des Kreises entschieden, einen anderen Weg zu gehen. Sie starten drei neue Kampagnen. Mit denen sprechen sie Jugendliche an, sehr direkt und unvermittelt.
Mit unterschiedlichen Motiven auf Plakaten wirbt die Arbeitsgruppe Jugendschutz vor dem, was passiert, wenn die Grenzen beim Trinken überschritten werden. Das Fotomotiv des ersten Plakats, das jetzt in Heinsberg vorgestellt wurde, ist deutlich. Der Text auch: "voll draußen" sei man, heißt es in Großbuchstaben. Und es folgt, etwas kleiner gedruckt, der Rat: "Trink weniger und bleib länger auf der Party." Gestartet wird die Kampagne zur Karnevalszeit, die am 11. November begonnen hat. Sie ist aber auch auf andere Anlässe gemünzt, bei denen Alkohol getrunken wird.
Wissenschaftliche Sicht
Wie die Promillescouts ankommen, wird die Katholische Fachhochschule Aachen ermitteln.
Sie hat an der Idee mitgewirkt und wird deren Ergebnisse wissenschaftlich auswerten.
Das gilt auch für ein kleines Plakat, das ein wachsames Auge zeigt und den Text: "Wir schauen hin! Kein Alkohol unter 16!" Damit sollen Einzelhändler und Veranstalter beispielsweise von Karnevalssitzungen in die Pflicht genommen werden. "Sie sollen zeigen können, dass sie hinschauen", sagt Franz Heinrichs von der Arbeitsgruppe Jugendschutz.
Es gebe im Brauchtum viele Veranstalter, die diese Idee stark unterstützten. Sie wollten vermeiden, als "Sauf-Veranstaltung" wahrgenommen zu werden. Ein Kiosk oder eine Tankstelle müssen nachweisen, dass sie kein Alkohol an Jugendliche verkaufen, um das Plakat zu erhalten. Das Kreisordnungsamt ist in die Überprüfung eingebunden.
Beide Plakatkonzepte sollen in den nächsten Jahren im Kreis eingesetzt werden. Sie wurden mit allen fünf Jugendämtern erarbeitet. Unterstützung fand der Kreis in Aachen: Aus der Kooperation mit der Katholischen Fachhochschule entstand der dritte Teil der Kampagne.
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