Erkelenz: Apotheker sehen ihre Existenz gefährdet
zuletzt aktualisiert: 03.09.2010Erkelenz (RPO). Kreis Heinsberg (RP) Viele Apotheker in der Region sehen ihre Existenz durch eine geplante gesetzliche Neuordnung des Arzneimittelmarktes bedroht. Das Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz (Amnog) sehe massive Belastungen für die Apotheken ab 1. Januar 2011 vor. "Die Folge wäre die Schließung zahlreicher Apotheken auch im Kreis Heinsberg", sagt Hans Kühle, Pressesprecher der Apotheker im Kreis Heinsberg.
Nach Darstellung der Apotheker soll der Großhandel für seine Dienstleistungen zukünftig anders vergütet werden. Die Verluste, die der Großhandel dadurch mache, werde er nicht selber tragen, sondern an die Apotheken weitergeben. Eine halbe Milliarde Euro jährlich sollen auf Kosten der Apotheker vor Ort eingespart werden, rechnen die Apotheker vor. "Das ist existenzgefährdend und nicht hinnehmbar, zumal die Apotheken nicht die Kostentreiber im Gesundheitswesen sind", sagen sie. Welche Auswirkungen das Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz vor allem für die Patienten hat, darüber klären die Apotheker bei einer Kampagne mit Plakaten und Hintergrundinformationen auf.
"Die Politik hat mit dem geplanten Gesetz das Wohl der Patienten aus dem Auge verloren, denn es gefährdet die Zukunft vieler Apotheken und damit die flächendeckende, wohnortnahe Arzneimittelversorgung", sagt Hans Kühle. Schon heute trügen die Apotheker durch die bürokratisch enorm aufwändige Umsetzung der Rabattverträge dazu bei, den Krankenkassen pro Jahr rund eine Milliarde Euro einzusparen. Kühle: "Kämen die Auswirkungen des Amnog dazu, würde das einen Verlust von weit mehr als 20 000 Euro pro Jahr je Apotheke bedeuten." Frage des Tages
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