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Erkelenz: Arbeiten für eine Welt

VON ANDREAS SPEEN - zuletzt aktualisiert: 30.06.2010

Erkelenz (RPO). Dreizehn Jahre haben sie bis zu ihrem Abitur für sich gearbeitet – ein Jahr lang werden nun sieben ehemalige Schüler des Cusanus-Gymnasiums ehrenamtlich in Ländern wie Brasilien, Bolivien und Chile für andere Menschen arbeiten.

Sechs ehemalige Schülerinnen des Cusanus-Gymnasiums in Erkelenz und ein Schüler leisten einen einjährigen Freiwilligendienst im Ausland, den die Eine-Welt-AG der Schule jährlich vermittelt.   Foto: RPO
Sechs ehemalige Schülerinnen des Cusanus-Gymnasiums in Erkelenz und ein Schüler leisten einen einjährigen Freiwilligendienst im Ausland, den die Eine-Welt-AG der Schule jährlich vermittelt. Foto: RPO

Die Eine-Welt-AG des Cusanus-Gymnasiums, die seit 30 Jahren besteht, kann so viele Abiturienten in soziale Projekte – teilweise in Schwellenländern oder der so genannten Dritten Welt – vermitteln wie noch nie. "Seit 13 Jahren organisieren wir für Abiturienten diesen einjährigen Freiwilligendienst, bisher haben wir 36 Ehemalige geschickt", blicken die Lehrer Bruno Bürger und Frank Joußen zurück und freuen sich, diesmal für sieben junge Erwachsene etwas gefunden zu haben. "Drei Schülerinnen senden wir in unsere eigenen Friedensprojekte und konnten über die Freiwilligen Sozialen Dienste im Bistum Aachen und mit Hilfe des Eine-Welt-Ladens aus Hückelhoven vier weitere Schülerinnen und Schüler vermitteln", erklärt Bürger.

Info

Projekte unterstützen

Arbeitsgemeinschaft Die Eine-Welt-AG besteht 30 Jahre. Rund 30 Schüler hatte sie in diesem Schuljahr in der Oberstufe (16 von ihnen haben jetzt ihr Abitur). Zwölf Schüler hat sie in der Mittelstufe. Unterstufenschüler der AG betreuen den Eine-Welt-Laden.

Spenden Wer die Arbeit der Freiwilligen im Ausland unterstützen möchte, erhält in der Schule sowie im Internet Info unter: www.einewelt.cusanus-gymnasium.eu

Begegnungen suchen

In einem Mädchen-Internat in Chile wird Maike Sieben arbeiten. 1000 Kilometer von der Hauptstadt Santiago entfernt lebt sie dann wie die Schülerinnen in kleinen Holzhäusern. Sie weiß, worauf sie sich einlässt, haben Bruder, Schwester und ihre Mutter doch auch schon in Chile in diesem und anderen Projekten geholfen. Das Internat gehört zu einer Stiftung, die 1976 von Pater Peter Kliegel und Pater Vinzenz Gottschalk, der früher in Erkelenz gearbeitet hat, gegründet wurde. Maike Sieben wünscht sich von ihrer Arbeit "Begegnungen mit anderen Menschen, Kulturen und mit mir selbst". Dieser Wunsch verbindet die Abiturienten.

2800 Meter hoch in den Anden werden Stephanie Linke und Valérie Klöpper leben, und zwar in der bolivianischen Hauptstadt Sucre. Sie arbeiten für das deutsch-bolivianische Kulturinstitut. Sie engagieren sich in einem Ökomuseum, einem Kulturinstitut und arbeiten mit Kindern. Später möchte Valérie Klöpper in den sozialen Bereich gehen, vielleicht Grundschullehrerin werden: "Ich kann mir vorstellen, dass das Jahr mich lenken wird." An die Ostgrenze Polens zieht es Leonhard Laube. Er hilft als Zivildienstleistender in einem Kinderheim.

Salvador im Nordosten Brasiliens ist das Ziel von Amélie Pomeón und Louisa Fricke. Während Amélie Pomeón in einer Vorschule mitarbeitet, hilft Louisa Fricke, die sich ein Medizinstudium vorstellen kann, in einem Gesundheitsposten, der von der Eine-Welt-AG des Cusanus-Gymnasiums unterstützt wird. Sie wohnen und arbeiten in einem Armenviertel. Mit Spannung fiebern sie der Zeit entgegen. Amélie Pomeón: "Wir können die Welt nicht ändern, können aber den Kindern im kleinen Rahmen helfen. Ich bin gespannt, wie sich das auf mein Leben auswirkt." Für unter anderem Straßenkinder und Kinder, die arbeiten müssen, setzt Sarah Kortenhaus sich in Indien ehrenamtlich ein. Mit Sophie Kremer, die bis Mai über das Cusanus-Gymnasium in dem Projekt geholfen hat, hat sie sich auf diese Aufgabe vorbereitet.

Dass die richtigen Abiturienten ein Jahr im freiwilligen Friedensdienst verbringen, ist sich Bruno Bürger stellvertretend für die Eine-Welt-AG sicher: "Wir suchen junge Erwachsene aus, die Sinn und Gespür dafür haben, dass sie diese Arbeit nicht aus Eigennutz machen, sondern völkerverbindend ein Jahr für den Frieden arbeiten wollen."

Quelle: RP

 
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