Erkelenz: Auf sie hat Erkelenz gewartet
VON KERSTIN DE HAAS - zuletzt aktualisiert: 05.01.2009Erkelenz (RPO). Sie war nicht nur einmal rappelvoll, sondern etliche Male: die frisch eingeweihte Stadthalle. Es war ein schier unendliches Kommen und Gehen beim Tag der offenen Tür am Sonntag. Besonders interessant: einen Blick in die Räume zu werfen, die dem Publikum sonst verschlossen bleiben.
„Sehr schön!“, „Imposant!“, „Beeindruckend!“ – Das waren die meist gehörten Besucherkommentare am Tag der offenen Tür, an dem die umgebaute Stadthalle für jedermann geöffnet war. Auf diesen Moment hatte Erkelenz offensichtlich gewartet, denn der Besucherstrom riss den ganzen Tag über nicht ab. Nicht nur Erkelenzer, auch viele Auswärtige wollten die lang ersehnte „neue Halle“ begutachten. Zukünftige Besucher genauso wie Veranstalter und Künstler.
Nach der Einsegnung durch Pfarrer Günter Wild und Diakon Paul Boscheinen sowie der Schlüsselübergabe von Architekt Dr. Arno Lennartz an Bürgermeister Peter Jansen startete das bunte Rahmenprogramm auf der Bühne. Zwischendurch boten Kulturmanager Christoph Stolzenberger und Technischer Beigeordneter Ansgar Lurweg Führungen an und zeigten den Besuchern auch die Räume, die dem Publikum normalerweise nicht zugänglich sind.
Was noch fehlt
er Haupteingang ist noch nicht nutzbar, im Saal und auf der Bühne muss der Boden noch versiegelt werden. Es fehlen Wandlampen im Saal, Sockelleisten und hier und da Schalter und Steckdosen. Vor allem aber sind die Akustiksegel über der Bühne noch nicht angebracht.
Dass es tatsächlich „nur“ ein Umbau und kein Neubau ist, erklärte Lurweg seinen Zuhörern unter der Empore. Dort war früher die Bühne. Genau das sei „der Trick“ des Umbaus, sagte er. „Wir bekommen rund 200 Sitzplätze mehr in den Saal, ohne den Baukörper verändert zu haben, sondern indem wir die ehemalige Bühne einbezogen.“ Die neue Bühne steht nun dort, wo früher Garderobe und Foyer waren. Mit zwölf Metern Tiefe und 15 Metern Breite ist sie deutlich größer als die alte. Dem Saal selbst sieht man seine Vergrößerung nicht an. Doch nun bietet er auf 360 Quadratmetern 609 Plätze mit Bestuhlung und 1200 ohne. Fast genau so groß (330 Quadratmeter) ist das neue Foyer zum Franziskanerplatz hin. „Der Blick durch die Glasfassade auf Haus Spiess gefällt mir besonders gut“, fand Günther Merkens, Vorsitzender des Heimatvereins. VHS-Leiter Franz Josef Dahlmanns zog den direkten Vergleich: „Wer die alte Stadthalle kennt, weiß die neue zu würdigen.“
Hochmodern und EDV-gesteuert sind Luft-, Beschallungs- und Lichttechnik, die in einem angebauten Raum an der Rückseite untergebracht sind. „Hier galt es, ein Anforderungsprofil von Kammerkonzert bis Karnevalssitzung zu erfüllen“, sagte Lurweg, der auch durch die Künstlergarderoben führte. „Mit der eigenen Küche im Gang haben wir jetzt die Möglichkeit, Künstlern wie Götz George den gewünschten Champagner zu kühlen“, sagte er lachend und wies noch auf die Lkw-Rampe am Bühneneingang hin, über die theoretisch sogar ein Auto auf die Bühne geschafft werden könne. Gar nicht weit her geholt. Ist doch die einzige Theateraufführung, die jemals abgesagt werden musste, daran gescheitert, dass ein Jeep nicht auf die alte Bühne passte. So wurde nichts aus dem Auftritt von Hardy Krüger und Mario Adorf. Noch nicht.
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