Kreis Heinsberg: Aufmerksam, nicht panisch
VON KRISTINA HELLWIG - zuletzt aktualisiert: 07.08.2009Kreis Heinsberg (RPO). Auch im Kreis Heinsberg rechnet man zum Ferienende mit mehr Fällen von Schweinegrippe-Kranken. Die bisherigen Fälle verliefen alle mild. Das Kreisgesundheitsamt rät zu Achtsamkeit und ausreichenden Hygienemaßnahmen.
Für Fragen
Servicenummer des Gesundheitsamts: Tel. 02452 135311, montags bis donnerstags, 8 bis 16 Uhr, und freitags 8 bis 13 Uhr.
Im Internet www.kreis-heinsberg.de oder www.rki.de.
57 Menschen im Kreis Heinsberg sind bislang an der Neuen Grippe, der so genannten Schweinegrippe, erkrankt. Elf von ihnen befinden sich noch in häuslicher Isolierung, teilte der Kreis Heinsberg gestern mit.
Angesichts der Rückreisewelle aus dem Urlaub und dem sorglosen Verhalten mancher Infizierter mit Grippesymptomen geht der Leiter des Kreisgesundheitsamts, Dr. Karl-Heinz Feldhoff, aber von einem weiteren Ansteigen der Fälle aus. Deswegen geht es ihm darum, "ein schnelles Ansteigen der Fälle von Neuer Grippe einzudämmen, bis ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht".
Vergeblich Hilfe gesucht
Grund zur Panik bestehe keinesfalls, aber doch zur Achtsamkeit. Denn wenn sich die Schweinegrippe weiter ausbreitet, müsse bei chronisch Kranken oder anfälligen Menschen auch mit schweren Krankheitsverläufen gerechnet werden. "Natürlich sind wir auch auf diese Situation vorbereitet", sagt Feldhoff, dies gelte insbesondere für die Krankenhäuser.
Eine andere Erfahrung machte am vergangenen Wochenende ein Paar aus Wegberg, das im Erkelenzer Krankenhaus Hilfe suchte, nachdem die Frau plötzlich über stark ansteigendes Fieber, heftige Kopf- und Gliederschmerzen und Halsschmerzen geklagt hatte. 75 Minuten seien sie quasi zwischen Ambulanz und Notdienstpraxis hin- und hergereicht worden, erzählt der Mann, weil sich offenbar niemand richtig zuständig fühlte und das Gesundheitsamt nicht zu erreichen gewesen sei.
Am Ende habe er seine Freundin ins Heinsberger Krankenhaus gebracht. Dort wurde schnell der Test gemacht. Und einen Tag später gab's Entwarnung für die Erkrankte – sie hatte "nur" eine Sommergrippe.
Dieser Fall habe dafür gesorgt, dass das Gesundheitsamt noch einmal Ärzte und Krankenhäuser über das richtige Verhalten und die Kommunikationswege im Ernstfall informiert habe, sagte Feldhoff der RP. "Die Kollegen können uns jederzeit erreichen", betonte er. Während der Dienstzeiten über das Gesundheitsamt, außerhalb der Dienstzeiten über die Leitstelle. Das wisse jetzt hoffentlich jeder.
Feldhoff bittet aber auch die Menschen, die fürchten, an der Schweinegrippe erkrankt zu sein, sich richtig zu verhalten. Sie sollten als erstes telefonisch Kontakt mit einem Arzt oder am Wochenende mit der Notdienstpraxis aufnehmen. "Die Leute können nicht in die Krankenhäuser und Praxen laufen", sagte er. Das gefährde alle, mit denen sie dabei in Kontakt geraten.
Der beste Schutz, betont Feldhoff immer wieder, seien ausreichende Hygienemaßnahmen – regelmäßiges Händewaschen, Einmaltaschentücher benutzen. Angesichts der bald beginnenden Schulzeit rät Feldhoff Eltern: "Sollte Ihr Kind Grippesymptome zeigen, sollte es unbedingt zu Hause bleiben."
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