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Erkelenz: Augenarztmord: neue Fakten

VON ANGELIKA HAHN UND ANDREAS SPEEN - zuletzt aktualisiert: 04.08.2010 - 22:32

Auf einem Feld bei Immerath wurde am 9. Januar ein ermordeter Arzt gefunden. Parallel zur Fernsehsendung „Aktenzeichen XY“ (ZDF) teilte die Staatsanwaltschaft gestern neue Erkenntnisse mit und warf viele Fragen auf.

Der ungeklärte Mord vom 9. Januar in Immerath, bei dem ein Augenarzt aus Erkelenz durch zahlreiche Schüsse getötet wurde, gibt den Ermittlern immer noch Rätsel auf.

Offensichtlich gab es zwei Seiten im Leben des 51-Jährigen. Zum einen war er ein geschätzter Arzt und hilfsbereiter Mensch, zum anderen soll er in seiner Freizeit Abenteuer und Gefahren gesucht haben. Er soll mit Waffen gehandelt haben, „war aber kein Waffenhändler im eigentlichen Sinne“, hieß es am Mittwochabend in der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY . . . ungelöst“ – zeitgleich mit deren Ausstrahlung veröffentliche die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach eine Presseerklärung, in der neue Details zum Mord geschildert und neue, noch zu klärende Fragen gestellt werden.

Info

Belohnung Für Hinweise, die zur Ermittlung und Ergreifung des Täters führen, ist von privater Seite eine Belohnung in Höhe von 20 000 Euro ausgelobt worden. Sie ist erhöht worden.


Zeugen Hinweise zu diesem Tötungsdelikt nimmt die Mordkommission in Aachen, Telefon 0241 95770, oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

„Das Angehörigen und Freunden bekannte Leben dürfte nach jetzigem Stand der Ermittlungen wahrscheinlich nicht mit seinem Tod in Verbindung stehen“, erklärt Oberstaatsanwalt Peter Aldenhoff. Den Erkelenzer Arzt interessierten Waffen, er soll Kontakte zu Motorradclubs und zum Rockermilieu unterhalten haben, soll sich mit Kontakten zu den Bandidos und Hells Angels gebrüstet haben, hieß es im ZDF, aber keineswegs Mitglied in einem der Motorradclubs gewesen sein.

Mordwaffe: STEN, Typ MK II Udo S. war Mitglied eines Schießclubs und besaß legale und illegale Waffen: „Am Tatort wurde eine ihm zu zuordnende Schusswaffe gefunden, für die er keine Erlaubnis besaß.“ Aus der soll auch ein Schuss abgegeben worden sein, doch handelte es sich nicht um die Mordwaffe, berichtete „Aktenzeichen XY“.

 Der Augenarzt wurde mit einer Maschinenpistole der Marke STEN, Typ MK II, erschossen. Die Ermittlungen ergaben, erklärte die Staatsanwaltschaft, dass Udo S. diese Schnellfeuerwaffewaffe von einem Manfred Hämmerle erhalten hatte. Dieser wird beschuldigt, mehrfach illegal Schusswaffen besorgt zu haben. Bei der Mordwaffe handelt es sich um ein Maschinenpistole, wie sie ab 1949 von den Engländern benutze wurde.

Für Staatsanwalt Aldenhoff und die Mordkommission stellt sich die Frage: Wer kann Angaben zum Verbleib der Mordwaffe machen? Wo ist eine STEN MK II nach der Tat am 9. Januar aufgetaucht? Wer kann Angaben zu Verbindungen zwischen Udo S., Manfred Hämmerle und einem Mann namens Drago machen? Denn: Bei den Recherchen von Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft wurde bekannt, dass der Augenarzt 2008 versucht haben soll, mehrere Kalaschnikows zu verkaufen.

In diesem Zusammenhang hätte es an einem bisher unbekannten Tag im Jahr 2008 ein Treffen mit einem albanischen Kaufinteressenten namens Drago auf dem Pendler-Parkplatz an der Autobahn 44, Ausfahrt Aldenhoven, gegeben. Der Handel kam jedoch nicht zustande. „Auch hier werden Zeugen gesucht. Wer hat das Treffen beobachtet? Wer kennt Drago?“, fragt die Polizei.


 
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