Erkelenz: Aus dem Schuppen ins Museum
VON DOMINIK MERCKS - zuletzt aktualisiert: 25.10.2008Erkelenz (RPO). Jahrelang erforschte Hobby-Archäologe Will Völker die Felder im Erkelenzer Land und machte zahlreiche Funde.
Zehn Jahre nach seinem Tod sind einige Fundstücke jetzt in einer Ausstellung im Düsseldorfer Landtag zu sehen.Lehrer und Maler
Will Völker (1921-1998) arbeitete als Lehrer an der Erkelenzer Realschule. Neben der Archäologie war die Malerei Völkers zweites Hobby: Seit 1947 entstanden zahlreiche Bilder, jahrzehntelang lehrte Völker zudem an der Anton-Heinen-Volkshochschule. Auch die Kirchenfenster in der Erkelenzer Pfarrkirche St. Lambertus stammen von Völker.
Lövenich Ein ganzer Schuppen voller Kisten, jede einzelne gefüllt mit Vergangenheit. Das ist der Nachlass von Will Völker und das Ergebnis eines jahrzehntelang liebevoll gepflegten Hobbys. Seit seiner Jugend begeisterte sich der Lövenicher Lehrer und Maler (1921-1998) für Archäologie. Für seine Funde interessieren sich jetzt die Forscher des Landschaftsverbands Rheinland: Seit Mittwoch werden einige Fundstücke Völkers in der Ausstellung „Fundort Rheinland“ im Düsseldorfer Landtag gezeigt.
Frühe Faszination
„Das Thema hat ihn schon früh fasziniert und dann nicht mehr losgelassen“, erzählt seine Witwe Elfriede Völker. Als junger Mann habe Will Völker einige Fundstücke aus der Lövenicher Umgebung gesehen und angefangen, sich selbst mit den Spuren der Vergangenheit zu befassen. Bei passendem Wetter suchte er systematisch die Felder im Lövenicher Umland ab. „Er hat einen sehr guten Blick für die Fundstücke entwickelt“, sagt Elfriede Völker über das Vorgehen ihres Mannes.
Die Ausbeute der Sammelleidenschaft ist reichhaltig: Spinnwirbel aus dem Mittelalter, Scherben, Spielkugeln und Teile von Mosaikböden aus der Römerzeit, Keile aus der Altsteinzeit. Besonders bedeutend sind Völkers Funde aus der Latène-Zeit: Aus diesem Abschnitt der jüngeren Eisenzeit (300 bis 50 vor Christus) stammen rund 300 Fragmente von Glas-Armringen – die größte Konzentration dieser Fundstücke im gesamten Rheinland. „Außerdem hat mein Mann alle Funde exakt in Karten eingetragen“, sagt Völker.
Sein sorgfältiges Vorgehen macht Völkers Funde für die Forscher des Landschaftsverbands wertvoll: Sie können aus den Funden Erkenntnisse über frühe Siedlungen und die soziale Stellung der Bewohner gewinnen. Schon in den 1970er Jahren informierte Völker die Archäologen des Rheinischen Landesmuseums über seine Funde. Der Archäologe Hans-Eckart Joachim hat inzwischen auf der Grundlage von Völkers Funden eine genaue Untersuchung des Lövenicher Umlands angeregt; er vermutet, dass sich dort ein Zentrum der frühen Glaskunst befunden haben könnte.
Elfriede Völker freut sich über das große Interesse an den Funden ihres Mannes, die sie im vergangenen Jahr komplett dem Landschaftsverband Rheinland übergeben hat. Sie habe zwar nicht mitgesammelt, „aber das Thema hat mich von Anfang an auch interessiert“, erzählt sie. So war Völker natürlich auch bei der Ausstellungseröffnung im Düsseldorfer Landtag – und sah dort ordentlich in Vitrinen präsentiert, was jahrelang in ihrem Schuppen lag.
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