Erkelenz: Bereit für den Ganztagsbetrieb
VON KRISTINA HELLWIG - zuletzt aktualisiert: 10.05.2007Erkelenz (RPO). Neun von zehn Erkelenzer Grundschulen bieten nach den Sommerferien Ganztagsbetreuung an. Die Nachfrage der Eltern ist groß. Diese Woche haben die Stadt und der Bildungsträger MaxQ den Betreuungsvertrag unterschrieben.
Der Bedarf ist offenbar groß: Bis Mitte der Woche hatten bereits 331 Eltern ihre Grundschulkinder verbindlich für die Betreuung in der Offenen Ganztagsgrundschule angemeldet, und es werden täglich mehr, sagte der für die Erkelenzer Schulen zuständige Beigeordnete Dr. Hans-Heiner Gotzen im Pressegespräch. Zum Vergleich: In den Horten werden zurzeit 80 Schulkinder betreut.
Wenn im Sommer die offene, das heißt freiwillige, Ganztagsgrundschule die Hortbetreuung ablöst, machen neun von zehn Erkelenzer Grundschulen (die einzige Ausnahme ist Schwanenberg) mit. Partner der Stadt Erkelenz ist die bundesweit tätige Bildungseinrichtung MaxQ. Sie wird das Ganztagsprogramm organisieren. „Es war uns wichtig, ein Angebot für alle Schulen aus einem Guss zu schaffen“, betonte Bürgermeister Peter Jansen. Damit solle eine Grundqualität gesichert werden. In der Ausgestaltung des Angebots könne aber jede Schule Schwerpunkte setzen.
Praktische Fragen
Anmeldung: Bis Ende Mai nimmt die Stadt die Anmeldungen der Eltern für das kommende Schuljahr entgegen. Nachrücken ist danach – je nach Platz – noch bis zu den Herbstferien möglich.
Elternbeiträge: Sie sind wie die Kindergartenbeiträge je nach Einkommen von 20 bis 115 Euro gestaffelt. Sie müssen noch von der Politik genehmigt werden.
Wie das Aussehen kann, erläuterten Silvia Marienfeld und Sylvia Ebeling mit Ulrike Neunhofer, der Leiterin der Luise-Hensel-Schule. Diese setzt einen musisch-sportlichen Schwerpunkt. Neben der Hausaufgabenbetreuung, für die stets ein Lehrer zur Verfügung stehe, gibt es im Freizeitbereich jeden Tag zwei Angebote: Blockflöte, ein Projekt mit der Musikschule, Chor, Theater, Rückenschule, verschiedene Sportarten. Die Teilnahme ist freiwillig, jedes Kind sollte sich aber für zwei Kurse pro Woche entscheiden. „Wir sind gut bedient“, sagte Ulrike Neunhofer, das Kollegium freue sich auf die Zusammenarbeit.
Kooperationspartner sind die örtlichen Vereine und die Musikschule. Die Leitung des Ganztagsbetriebs übernimmt an jeder Schule eine Erzieherin, je nach Zahl der Anmeldungen sollen ihr weitere „pädagogische Kräfte“ zur Seite gestellt werden, erläuterte Sylvia Ebeling, entsprechend dem Förderbedarf auch Physio-, Logo- oder Ergotherapeuten. Ein personalintensives Angebot, das nur zu finanzieren ist, wenn neben den Elternbeiträgen und Landesförermitteln auch die Stadt einen erheblichen Eigenanteil übernimmt. „Wir wollten diese Qualität haben, die hat ihren Preis“, sagte Gotzen.
Das Betreuungskonzept von MaxQ soll in der Praxis noch wachsen: „Nicht nur die Ganztagsschule ist offen, sondern auch unsere Konzeption“, sagte Ebeling. Sie solle mit allen Beteiligten weiterentwickelt werden. In den ersten Monaten wird von den Ganztagsschulen zudem Improvisationstalent gefordert sein. Die baulichen Voraussetzungen – etwa für die Essensausgabe und Ruheräume – werden zurzeit geschaffen. Bis Mitte 2008, sagt Gotzen, sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.
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