Erkelenz: Borussen-Fans radeln mit drei Punkten im Gepäck aus München zurück
zuletzt aktualisiert: 18.08.2011Erkelenz (RP). Thomas Floryszak ist ein großer Fan Borussia Mönchengladbachs. Folglich litt der 43-Jährige in der vergangenen Spielzeit lange Zeit sehr – so sehr, dass er im Frühjahr eine Art Gelübde abgab: "Wenn wir den Klassenerhalt noch schaffen, werde ich zum ersten Auswärtsspiel der neuen Saison zu Fuß gehen."
Die Fohlen schafften in der Relegation bekanntlich den Ligaverbleib. Der neue Spielplan meinte es mit dem Erkelenzer dann aber nicht gut. Mit dem Spiel bei Bayern München stand schließlich das Auswärtsspiel mit der neben Berlin längsten Anreise an – rund 600 Kilometer hätte Floryszak folglich wandern müssen.
Daher kam er auf die Idee, statt per pedes sein Gelübde auf dem Fahrrad zu erfüllen – und fand in Person von Franz Krichel einen Mitstreiter. Mit dem 71 Jahre alten Erkelenzer fährt er ansonsten stets zu den Heimspielen der Borussia – im Auto. Der 71-Jährige zeigte sich vom Vorhaben begeistert, und seine Frau Waltraud chauffierte die beiden samt ihren Fahrrädern nach München.
In der Allianz-Arena sah das Trio gemeinsam den sensationellen 1:0-Erfolg der Fohlen, und tags darauf machten sie sich ans Werk.
Start war der Altmühlradweg nördlich von München, über den Tauberradweg und den Main-Radweg fuhren die beiden in den nächsten Tagen bis in den Großraum Frankfurt. "Und das alles bei viel Regen und vor allem ständigem und stürmischem Gegenwind. Wir haben sehr die Radler beneidet, die uns entgegengekommen sind. Die mussten kaum in die Pedale treten", erzählt Krichel.
Folglich kamen die Borussen-Fans, die die gesamte Tour im Borussia-Auswärtstrikot und fähnchengeschmückten Drahteseln absolvierten, auch nicht so flott voran wie geplant. "Statt eines Schnitts von 20 km/h haben wir nur einen von 15 km/h erreicht", berichtet Krichel. Und so gerieten die beiden wackeren Erkelenzer in Zeitnot – am Samstag zum ersten Heimspiel gegen den VfB Stuttgart mussten sie schließlich wieder im Borussia-Park sein.
Daher stiegen sie in der Frankfurter Peripherie für anderthalb Stunden in den Zug und setzten die Fahrradtour danach auf dem Rhein-Radweg in Bingen fort. Bis St. Goarshausen schafften es die beiden Pedalritter – den Rest legten sie dann mit dem Zug zurück.
"Gut 400 Kilometer sind wir in der Woche aber geradelt", betont Krichel stolz. Von Pannen und Stürzen blieben die beiden verschont. Stattdessen sorgten sie bei vielen Passanten für ein großes Hallo. "Wir haben auf dem Weg sehr viel Sympathie erfahren, und viele konnten gar nicht glauben, dass wir diese Strecke auf dem Fahrrad zurücklegen", sagt Krichel.
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