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Erkelenz: "Castor-Transporte unnötig"

VON ANDREAS SPEEN - zuletzt aktualisiert: 02.02.2012

Erkelenz (RP). Resolutionen wollen die Grünen in die Stadträte von Erkelenz, Hückelhoven und Wegberg einbringen, um Castor-Transporte aus Jülich zu verhindern. Die Erkelenzer Grünen hatten zu einer Info-Veranstaltung eingeladen.

In Jülich lagern Brennelemente aus dem Betrieb des dortigen Hochtemperaturreaktors.  Foto:  ANDREAS Endermann (Archiv)
In Jülich lagern Brennelemente aus dem Betrieb des dortigen Hochtemperaturreaktors. Foto: ANDREAS Endermann (Archiv)

In den Streit um den Verbleib der hoch radioaktiven Brennelementekugeln im Forschungszentrum in Jülich ist Bewegung gekommen – sowohl auf lokaler als auch auf Bundes- und Landesebene. In Erkelenz hatten die Grünen für Dienstag dazu eingeladen, sich über die geplanten Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus zu informieren und über Protestaktionen zu diskutieren. Und in Berlin ist Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) auf die rot-grüne Landesregierung von Nordrhein-Westfalen in der Frage zugegangen, ob die 152 Castor-Behälter nicht doch über das Jahr 2013 hinaus in Jülich gelagert werden könnten, wenn die Sicherheitsstandards dort eingehalten werden. Ein Transport, der auch das Erkelenzer Land betreffen könnte, wäre dann nicht nötig.

Info

Atommüll in Jülich

Das Lager Die Brennelemente stammen aus dem 1988 stillgelegten Forschungsreaktor. Die Genehmigung für die Lagerung in Jülich läuft am 30. Juni 2013 ab.

Die Standpunkte Die Bundesregierung will die 152 Castoren nach Ahaus bringen. Die Landesregierung will einen solchen Transport verhindern.

"Heftige Auseinandersetzungen"

"Wir sind der Meinung, dass die Transporte unnötig sind. Im Gespräch dafür ist als Strecke unter anderem die B  57 und L  3", sagte Hans Josef Dederichs, Sprecher des Erkelenzer Grünen-Ortsverbands. Dass es zwischen der Landes- und der Bundesregierung derzeit "heftige Auseinandersetzungen" gibt, berichtete Dr. Ruth Seidl, die Grünen-Landtagsabgeordnete aus Wassenberg. Es geht um die Sicherheit der Lager und der Transporte sowie um Finanzen. Derzeit ist das Lager in Jülich nur bis 2013 genehmigt.

Einen Kenner des Themas hatten die Erkelenzer Grünen zu ihrer Veranstaltung eingeladen: Oliver Krischer. Er ist Bundestagsabgeordneter, im Kreis Düren zu Hause und energiepolitischer Sprecher der Grünen. Er erklärte die Situation des seit mehr als 20 Jahren stillgelegten Forschungsreaktors und des Zwischenlagers im benachbarten Jülich: "Dort lagern 152 Castor-Behälter, die kleiner als die aus dem Fernsehen bekannten Castoren aus den Atomkraftwerken sind. Darin befinden sich 290  000 hoch radioaktive Brennelementekugeln." Würden diese abtransportiert, bliebe immer noch der alte Reaktorbehälter in Jülich, der Ende dieses Jahres oder 2013 in einen Beton-Sarkophag eingelagert werden soll, schilderte Krischer die Situation.

Bis zu 76 Wochen für Transporte?

Argumente gegen den Transport sind für den Bundespolitiker, dass auch das Lager in Ahaus nicht dauerhaft ist: "Die jetzigen Castoren sind nicht endlagerfähig und müssten irgendwann – möglicherweise wieder in Jülich – in neue Behälter, die es noch nicht gibt, für das Endlager umgepackt werden." Erneut würde das Castor-Transporte bedeuten. Mit bis zu 76 Wochen rechnet er für die Transporte von Jülich nach Ahaus im Münsterland (bei einem Transport mit zwei Castoren pro Woche). "Das kann nur per Lkw stattfinden", sagte er in Erkelenz. Vielleicht nachts oder an Wochenenden, da die Straßen dann leichter von der Polizei zu sichern seien. Er rechne damit, dass die Routen eher durch ländliche Regionen führen. Frage des Tages

Quelle: RP/url
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