Kreis Heinsberg: Dem Brustkrebs vorbeugen
zuletzt aktualisiert: 20.04.2009 - 15:59Kreis Heinsberg (RPO). Nach Ostern soll es endlich losgehen. Frauen im Kreis Heinsberg bekommen die Möglichkeit, in Heinsberg am Mammographie-Screening teilzunehmen. Gespräch mit dem Radiologen Dr. Peter Keulers.
In Kürze werden Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren auch im Kreis Heinsberg ortsnah an den landesweiten Röntgen-Reihenuntersuchungen zur Vorbeugung gegen Brustkrebs teilnehmen können. Die Radiologische Praxis im Kapuzinerkarree in Aachen eröffnet eine Mammographie-Einheit im Heinsberger Krankenhaus. RP-Redakteurin Angelika Hahn sprach mit Dr. Peter Keulers, einem der verantwortlichen Ärzte.
Wann wird es die ersten Röntgentermine im Rahmen des Brustscreenings in Heinsberg geben?
Keulers Leider ist der Termin noch nicht exakt bestimmbar. Vermutlich wird es aber kurz nach den Osterferien losgehen können.
Warum verzögerte sich der Beginn so lange?
Keulers Es bestehen beim Mammographie-Screening in Deutschland erhebliche Auflagen zur Qualitätssicherung. Jedes noch so kleine Detail wird von insgesamt vier zuständigen Stellen geprüft und detailliert bewertet. Nach der Übernahme des Versorgungsauftrages durch unsere Praxis ist es zu politischen und praktischen Verzögerungen gekommen, die die Ausdehnung des Brust-Screenings aus der Stadt Aachen in die Region erschwerten. Die zusätzlichen behördlichen Auflagen und individuellen Genehmigungsverfahren verursachten weitere Verzögerungen. Nun sind wir endlich am Ziel.
Welche Frauen kommen als erste dran?
Keulers Die Frauen werden nach Postleitzahlen eingeladen. Vermutlich werden die Postleitzahlen 41812 und 52525 zuerst eingeladen. In welcher Reihenfolge, ist noch nicht bestimmt.
Manche Frauen werden weite Wege zum Röntgen in Kauf nehmen müssen. Warum können Interessentinnen nicht einfach die nächstgelegene Radiologische Praxis aufsuchen?
Keulers Es wäre natürlich sehr angenehm, wenn man das Röntgen so bequem wie den Einkauf des Liters Milch beim Tante Emma-Laden um die Ecke erledigen könnte. Das Mammographie-Screening erfordert nicht nur eine besondere fachliche Qualifikation der beteiligten Ärzte und Röntgenassistenten, sondern auch eine spezielle technische Ausstattung mit hohen Auflagen an die Qualitätskontrolle. Außerdem ist eine zeitliche und räumliche Trennung des normalen radiologischen Praxisbetriebs vom Screening vorgeschrieben. Diese extremen Anforderungen sind nur von spezialisierten Einrichtungen erfüllbar, was ein wohnortnahes Brust-Screening für alle Frauen unmöglich macht.
Wer trägt die Kosten?
Keulers Sie werden von den Krankenkassen übernommen, bei Privatpatientinnen manchmal nur teilweise, es empfiehlt sich nachzufragen.
Was geschieht beim Screening?
Keulers Die Teilnehmerin zeigt bei der Anmeldung ihre Einladung und Versichertenkarte. Sie wird dann im Screening-System registriert. Zusätzlich macht sie Angaben über etwaige Vorerkrankungen oder Operationen der Brust. Nach einer kurzen Wartezeit wird sie zur Umkleide gebeten und im Röntgenraum von der besonders geschulten radiologischen Fachkraft kurz untersucht. Anschließend werden die vier üblichen Aufnahmen angefertigt. Nach einer Kontrolle der Qualität durch die radiologische Fachkraft wird die Frau entlassen.
Was geschieht, wenn es einer Frau schlecht wird?
Keulers Wie bei allen europäischen Mammographie-Screeningprogrammen ist auch in Deutschland kein Arzt dabei anwesend. Es ist Ziel des Programms, Frauen einen Zugang zur Mammographie ohne Arztkontakt zu ermöglichen. Falls es in der Heinsberger Mammographie-Einheit einer Frau schlecht werden sollte, ist das Krankenhaus in der Lage, für ärztliche Hilfe zu sorgen. Es gibt allerdings sehr selten ernsthafte Zwischenfälle bei der Röntgenuntersuchung.
Wie und wann erfährt die Teilnehmerin das Ergebnis?
Keulers Das Ergebnis wird üblicherweise nach Analyse durch mindestens zwei erfahrene und besonders ausgebildete Radiologen innerhalb von zehn Arbeitstagen per Post mitgeteilt. Bei einem auffälligen Befund wird die Betroffene darüber informiert und ihr ein Terminvorschlag für eine weitere Abklärungsdiagnostik gemacht.
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