Erkelenz: Die Glöckner von St. Lambertus
VON IRMA BRÜNKER - zuletzt aktualisiert: 27.02.2009Erkelenz (RPO). Für die Viertklässler der Franziskus-Schule hat sich das Tor zum Kirchturm von St. Lambertus ausnahmsweise auch außerhalb der Reihe geöffnet. Der Besuch in der Kirche war der krönende Abschluss eines Schulprojekts.
Dem ein oder anderen mag es vielleicht aufgefallen sein: Die Glocken der St. Lambertuskirche liefen gestern und vorgestern nicht ganz rund und klangen auch außer der Reihe. Der Grund dafür war aber keineswegs ein Fehler in der maschinell betriebenen Glockenanlage, sondern ein Besuch der vierten Klassen der Franziskus-Grundschule im Glockenturm. Nach dreiwöchiger Projektarbeit konnten die Schüler nach dem theoretischen Teil in der Schule die Glocken in Aktion sehen.
"Das war voll cool"
So begann die Führung für die Klasse 4a auch mit einer großen Erwartungshaltung. In dem Schulprojekt hatten die Kinder bereits gelernt, wie Glocken hergestellt werden, welche Bedeutung sie haben und natürlich auch, welche Glocken es in der Lambertuskirche gibt. Die Ergebnisse hat jeder Schüler in seinem eigenen Glockenbuch zusammengefasst. "Am interessantesten war die Herstellung der Glocken", sagte Max (10) und Kyra (10) ergänzte: "Aber hierauf haben wir uns am meisten gefreut."
Die vier Glocken
Dicke Bertha Sie ist die größte Glocke und wiegt 3450 Kilo. Sie schlägt die Uhrzeit (drei Schläge bedeuten 3 Uhr).
Marienglocke Zweitgrößte mit einem Gewicht von 2200 Kilo.
Christ-König- und Elisabethglocke Eine der kleineren Glocken schlägt jede Viertelstunde. In früheren Jahrhunderten hat der Glockenschlag die Uhr ersetzt.
Doch bevor sie in den Turm klettern durften, wurden die Kinder von Pastor Werner Rombach in Empfang genommen und zu den einzelnen Glocken befragt. Dabei glänzten die Schüler mit ihrem Wissen über Gewicht, Stifter und Bedeutung der vier Glocken, auch wenn sie mit kleinen Spickzetteln nachhalfen. Doch so konnten die Schüler den Frageteil schnell hinter sich bringen und die erste Etappe des Kirchturms, der einer der höchsten und schönsten im Bistum Aachen ist, erklimmen.
Die Kinder stiegen die ersten 116 von 139 Stufen zu einen Zwischenstopp hinauf und überwanden dabei, wie Kevin (10), sogar ihre Höhenangst. Oben bot ein Rundgang um den Kirchturm einen Blick auf die ganze Stadt, wobei die Schüler auch schnell ihr Schulgebäude entdeckten. "Das war voll cool", sagte Ina (10) und konnte es kaum erwarten, weiter hinauf zu den Glocken zu gehen.
Dann gab es kein Halten mehr. Nachdem der Pastor zwei der Glocken zum Klingen gebracht hatte, waren sich alle Kinder einig, dass das buchstäblich der Höhepunkt des Projekts war.
Dementsprechend groß fiel auch der Applaus für Werner Rombach aus, den soviel Zuspruch sehr freute: "Im nächsten Jahr wollen wir uns wieder mit den Glocken beschäftigen, dann aber bereits in der zweiten Klasse." Die Idee zu der Projektwoche war Rombach durch die Restaurierung der Marienglocke im vorigen Jahr gekommen. "Allerdings hätte niemand gedacht, dass die Kinder soviel Spaß dabei entwickeln", freute sich auch die Klassenlehrerin Maria Thelen.
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