Erkelenz: Die guten Hirten
VON KRISTINA HELLWIG - zuletzt aktualisiert: 15.12.2007Erkelenz (RPO). Luise Frentzen hat – nicht nur als Leiterin der Frauenhilfe – ein offenes Ohr für die Menschen der Gemeinde Schwanenberg. Heinz Kamp schult die Ohren: Er singt einmal in der Woche mit Kindern und Jugendlichen.
Eigentlich ist der Job des Hirten in einer Kirchengemeinde eindeutig zugewiesen: Pastor ist schließlich nichts anderes als das lateinische Wort für Hirte. Und doch gibt es auch unter den Ehrenamtlern Hirten, Menschen, die ihre Gruppe, ihre Herde, begleiten und anleiten und sich um das Wohlbefinden ihrer „Schafe“ sorgen. Wie Luise Frentzen (72), die seit 1981 die Frauenhilfe der Gemeinde Schwanenberg leitet, oder Heinz Kamp (58), der als Chorleiter Kindern und Jugendlichen seit 30 Jahren Freude am Singen vermittelt.
Die Frauenhilfe in Schwanenberg ist kein Kaffeekränzchen. Darauf legt Luise Frentzen Wert, darauf ist sie auch ein bisschen stolz. Natürlich feiern die Frauen auch – wie jetzt im Advent –, und dann gibt’s auch Kaffee und Kuchen. Bei ihren Treffen, die alle zwei Wochen mittwochs im Gemeindehaus sind, geht es aber um etwas anderes. „Wir treffen uns unter Gottes Wort“, erklärt Luise Frentzen. Nicht die persönlichen Erlebnisse und Befindlichkeiten stehen dann im Mittelpunkt, sondern Gebet, die Heilige Schrift und Gesang. Es soll kein Lied geben, dass die Frauen nicht kennen. 20 bis 30 sind es jedes Mal, Frauen zwischen 65 und über 90 Jahren. In dieser Gemeinschaft fühlt sich Luise Frentzen gut aufgehoben – und sie sorgt mit ihrer Vorbereitung dafür, dass die Gemeinschaft lebendig bleibt. Dabei war es eigentlich ein Zufall, der sie zur Frauenhilfe geführt hat: Sie wurde zu einem Vortrag mitgenommen – und wenige Wochen später war sie Vorsitzende.
Gemeinsam etwas Schönes tun
So ähnlich ging es auch Heinz Kamp. Als er 1975 nach dem Studium zurück in seinen Heimatort zog, trat er dem Kirchenchor bei – und ehe er sich’s versah, war er zum Vorsitzenden gewählt worden. Doch das Singen und Planen mit den „Großen“ ist nur ein Teil von Kamps musikalischem Einsatz in der Gemeinde. Fast ebenso lange, wie er selbst im Kirchenchor ist, leitet er den Jugendchor, den Kinderchor hat inzwischen Beate Theissen übernommen. Zusammen haben die beiden Chöre rund 50 Mitglieder. „Ich wundere mich manchmal, dass so viele Jugendliche und Kinder kommen“, sagt Kamp mit freudigem Staunen. Sie kommen, haben sie gesagt, weil sie „gemeinsam etwas Schönes machen wollen“. Und Heinz Kamp, ihr Hirte, hält sie auf Kurs. Studiert mit ihnen ihre Lieblingslieder ein, aber auch die, die zu einem kirchlichen Repertoire nun einmal dazu gehören.
Kamp ist überzeugt, dass manche religiöse Themen den Jugendlichen besser vermittelt werden können, wenn sie in Lieder verpackt sind. „Sie schlagen auch eine Brücke zwischen den Generationen“, sagt der Hobbymusiker, der selbst zufrieden ist, wenn es die Jugendlichen sind. Vielleicht heißt sein Lieblingslied nicht umsonst „Gib mir die richtigen Worte“.
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