Erkelenz: Diese Straße ist zum Spielen da
VON ANKE BACKHAUS - zuletzt aktualisiert: 01.05.2008Erkelenz (RPO). Die Jungen und Mädchen, die mit ihren Bobby-Cars über die Straße flitzen, sind der Grund, warum Michael Kutz, Vorsitzender der Ortsgruppe des Deutschen Kinderschutzbundes, zufrieden guckt: „Die Kinder tun auf dieser Straße das, wofür sie auch gedacht ist.“ Schließlich ist die Straße „Am Hagelkreuz“, an der der gleichnamige Kindergarten liegt, eine Spielstraße. Darauf machten Erzieherinnen, Kinder, Eltern, Kinderschutzbund und Polizei gestern bei einem Verkehrssicherheitstag aufmerksam.
„Kein Gespür für Straßenverkehr“
So sicher wie gestern lässt es sich an der so genannten Spielstraße nicht immer spielen. „Wir beobachten hier schon lange, dass die Schrittgeschwindigkeit nicht beachtet wird“, sagt Kindergartenleiterin Gabi Meier. Gerade Eltern seien es, die in der Hektik des Alltages zu oft die zugelassene Höchstgeschwindigkeit von sieben Stundenkilometern überschreiten. Ziel der Aktion gestern war es, die Autofahrer sensibler für die Schrittgeschwindigkeit zu machen. Weil dafür ein Tag kaum reicht, kann sich der Kindergarten gut vorstellen, den Verkehrssicherheitstag zu wiederholen.
Die Kinder wurden in ihren Gruppen auf die Aktion vorbereitet. „Kinder haben kein Gespür für den Straßenverkehr, sie können das Geschehen nicht überblicken und verstehen“, sagt Daniela Windheuser vom Elternbeirat. Sie müssten lernen, dass von einem Auto auch Gefahr ausgehen kann, ohne es dabei grundsätzlich als gefährlich anzusehen.
Mit verschiedenen Spielen setzten sich die Kinder mit dem Thema auseinander und rasten unter anderem im Bobby-Car-Rennen über de Straße. Für die Erwachsenen waren anschaulich die unterschiedlichen Reaktions- und Bremswege dargestellt, die sich bei entsprechenden Geschwindigkeiten ergeben. Der Kinderschutzbund brachte sein selbst gebautes Auto mit; das überdimensionale Gefährt zeigt Erwachsenen, wie ein sechsjähriges Kind die Größe eines Fahrzeuges wahrnimmt. Es war für die erste Spielstraßen-Aktion im vorigen Sommer im Oerather Mühlenfeld entstanden.
Die Polizei war mit einem Messgerät vor Ort und stellte die Geschwindigkeiten der vorbeifahrenden Autos fest; Autofahrer, die zu schnell unterwegs waren, wurden einerseits durch einen Polizisten, andererseits durch die Kinder selbst gemahnt.
Mit Stadt und Jugendamt
Auch die Stadt Erkelenz steht hinter der besonderen Aktion des Kindergartens „Am Hagelkreuz“. Denn die Situation dort ist kein Einzelfall, sagte Bürgermeister Peter Jansen: „Das zu schnelle Fahren im Bereich ist an vielen Schulen und Kindergärten leider ein Problem.“
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