Erkelenz: Ein Fest für die Sicherheit
VON KRISTINA HELLWIG - zuletzt aktualisiert: 24.07.2007Erkelenz (RPO). Mit einem Spielstraßen-Fest im Oestricher Kamp möchte der Kinderschutzbund auf die Gefahren des zu schnellen Fahrens hinweisen. Er erhofft sich einen „Quadratkilometer Spaß“ vom Fest. Ehrengast ist Familienminister Laschet.
Für ein sechsjähriges Kind ist ein normales Auto so groß wie für Erwachsene ein Kleinbus. Und wenn sich beide dann auch noch mitten auf der Straße begegnen. . . Der Größenunterschied ist nur ein Aspekt, auf den der Kinderschutzbund am letzten Feriensamstag mit seinem Spielstraßenfest im Oestricher Kamp aufmerksam machen möchte. Ein selbst gebasteltes Riesen-Auto wird dabei helfen. Das Motto des Tages verweist auf das eigentliche Anliegen: „Mach mit – fahr Schritt – Tempo 7“.
Anwohner fahren zu schnell
„In allen Wohngebieten wird zu schnell gefahren“, sagt Michael Kutz, Vorsitzender der Erkelenzer Kinderschutz-Gruppe. Und meistens seien es nicht Fremde, sondern die Anwohner, „ich ertappe mich selbst auch dabei“. Und so möchte der Kinderschutzbund just vor Schulbeginn auf die enormen Gefahren für alle Fußgänger, von spielenden Kinder bis hin zu Senioren, hinweisen – unterstützt von Stadt, Polizei und anderen Partnern. Prominenter Gast und Schirmherr der Aktion ist Landesfamilienminister Armin Laschet. Von seiner Teilnahme erhoffen sich die Organisatoren noch mehr Aufmerksamkeit für ihr Anliegen. Laschet wird an der Auftaktveranstaltung teilnehmen. Später trifft er sich noch mit Vertretern des Runden Tisches.
Quadratkilometer Spaß
Wann? Samstag, 4. August, 14 Uhr Auftakt am Spielplatz am Karolingerring, ab 14.30 Uhr in den Spielstraßen des Oestricher Kamps.
Wer? Kinderschutzbund, Stadt, Polizei, Nabu, Musiker Georg Wimmers und alle Bürger.
Mitmachen? Straßenzüge des Oestericher Kamps, die sich noch beteiligen möchten, können sich unter Tel. 0 24 31/ 98 02 96 melden.
Den Auftakt hat der Kinderschutzbund organisiert, der Rest des Nachmittags liegt in den Händen der Anwohner. Rund 50 Spielstraßen gibt es im Wohngebiet – und jede Nachbarschaft ist aufgerufen, auf ihrer Straße ein Fest zu feiern. In welcher Form, ist ihnen selbst überlassen. Den Verkehr dürfen sie allerdings nicht aussperren, „die Spielstraßen sollen dafür genutzt werden, wofür sie da sind“, sagt Kutz. Der Großteil der Nachbarschaften habe seine Beteiligung am Fest zugesagt, sagt er – und hofft, dass auch die anderen jetzt noch in die Vorbereitung einsteigen.
Die Stadt begrüßt die ehrenamtliche Initiative des Kinderschutzbundes sehr, sagt Bürgermeister Peter Jansen. Hier seien Menschen aktiv, die nicht nur maulen und auf den Einsatz der Stadt warteten, sondern sich fragten: „Was kann ich selbst tun“. Für den Technischen Beigeordneten Ansgar Lurweg ist die Aktion ein wichtiger Beitrag zur Bewusstseinsbildung für Autofahrer, welche Folgen zu schnelles Fahren hat, und als Werbung für ein besseres Miteinander im Straßenverkehr. Auch wenn bei dem Fest das Gebiet Oestricher Kamp im Mittelpunkt stehe, sei die Problematik doch auf die ganze Stadt übertragbar: „Wir haben so viele Anrufe von Bürgern, die uns auf Straßen hinweisen, wo zu schnell gefahren wird.“
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