Erkelenzer Land: Einbrecher kommen am Tag
VON BIRTHE ROSENAU - zuletzt aktualisiert: 07.11.2008Erkelenzer Land (RPO). Die Zahl der Einbrüche im Erkelenzer Land nimmt wieder zu. Dabei gehen Täter immer dreister vor: Sie kommen in der Dämmerung einfach durch die Tür. Oft reichen jedoch ein paar einfache Handgriffe, um das zu verhindern.
Nicht mal eine halbe Minute dauert es, bis ein Einbrecher ein stabiles Kunststofffenster oder eine Türe aufgehebelt hat. Besonders die Zahl der Einbrüche, die am Tag passieren, steigt in der dunklen Jahreszeit im Erkelenzer Land wieder an. „Dieses Jahr sogar stärker, als noch 2007“, sagt Polizeisprecher Karl-Heinz Frenzen. Ob niemand zu Hause ist, ist jetzt leicht zu erkennen, ein unbeleuchtetes Haus von weitem sichtbar. Franz Heinrichs, Leiter des Kommissariats Vorbeugung im Kreis Heinsberg, und Karl-Heinz Frenken geben Tipps, wie Sie Dieben das Leben schwer machen.
Täter scheuen das Risiko
Licht Kaum ein Einbrecher geht das Risiko ein, in ein hell erleuchtetes Haus einzubrechen, wenn er ein dunkles zur Auswahl hat. „Alles, was den Eindruck entstehen lässt, das Haus sei belebt, ist gut“, sagt Heinrichs. Nützlich seien auch Zeitschaltuhren, mit denen das Licht angeht, sobald es dämmert.
Zahl der Einbrüche
Insgesamt gab es 2007 im Bereich Heinsberg Ost, zu dem auch Erkelenz, Wassenberg, Wegberg und Hückelhoven zählen, 362 Einbrüche. Davon waren 141 so genannte Tagwohnungseinbrüche. „Wenn der Trend so anhält, dann haben wir 2008 mehr Einbrüche als im Vorjahr“, sagt Polizeisprecher Karl-Heinz Frenzen. Die genauen Zahlen darf die Polizei erst im Januar bekannt geben. Seit Jahren registriert die Polizei von Oktober bis Februar deutlich mehr Einbrüche.
Türen „Gewöhnen Sie sich unbedingt an, die Haustür abzuschließen“, rät Heinrichs weiter. Auch dann, wenn jemand zu Hause ist. „Wir mussten in letzter Zeit im Kreis feststellen, dass Täter zu jeder Tages- und Nachtzeit gleich durch die Eingangstür einbrechen“, sagt der Kriminalhauptkommissar. Je öfter der Schlüssel im Schloss gedreht wird, desto schwerer haben es die Einbrecher, sie zu „knacken“. Zusätzliche Sicherheit kann auch ein Sperrbügel bieten, mit dem die Tür von innen verriegelt wird.
Fenster Auch wenn Sie nur kurz das Haus verlassen, schließen Sie stets alle Fenster. „Ein gekipptes Fenster ist für einen Einbrecher leicht zu öffnen“, betont Karl-Heinz Frenken. Rollläden bieten keinen Einbruchsschutz. „Schließen Sie diese nur zur Nachtzeit, keinesfalls tagsüber“, sagt Frenken. Sonst weiß der Einbrecher gleich, dass niemand zu Hause ist.
Grundstück Ein Ersatzschlüssel unter der Fußmatte – diesen Klassiker kennt jeder Einbrecher. Besser bei einer vertrauten Person hinterlegen. „Kellerlichtschächte und Fenster sollten mit massiven und gut verankerten Gittern gesichert werden“, rät Polizeisprecher Frenken. Alles, was Diebe als Kletterhilfe nutzen könnten, wie etwa Mülltonnen, nicht in Hausnähe aufstellen. An unübersichtlichen Stellen kann auch ein Bewegungsmelder helfen, Diebe abzuschrecken.
Nachbarn Hier heißt das Motto: Augen aufhalten und wachsam sein. „Nachbarn wissen am besten, wer zu einem Haus gehört und wer fremd ist“, betont Karl-Heinz Frenken. Wer etwas Auffälliges sieht, solle sich sofort an die Polizei wenden. „Viele haben Angst, uns zu belästigen“, sagt Frenzen, „dabei haben Nachbarn oft wertvolle Hinweise für die Fahndung.“
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