Erkelenzer Land: Gerüstet fürs Doppel-Abi 2013
VON MARIO EMONDS - zuletzt aktualisiert: 06.07.2012Erkelenzer Land (RP). Im heute zu Ende gehenden Schuljahr sammelten gleich zwei Jahrgänge Punkte fürs jeweils im nächsten Jahr anstehende Abitur. Die Leiter der vier Gymnasien des Erkelenzer Landes ziehen ein zufriedenes Zwischenfazit.
Der Abiturienten-Doppeljahrgang 2013 kann kommen, es gibt keine relevanten leistungsmäßigen Unterschiede zwischen G8ern und G9ern – dieses einhellige Zwischenfazit ziehen die Leiter der vier Gymnasien des Erkelenzer Lands nach dem sogenannten Q1-Jahr, dem ersten von zwei Qualifikationsphasen fürs Abi.
Im August 2010 waren gleich zwei Jahrgänge (die Klassen 9 und 10) in die dreijährige Oberstufe gestartet – eben die G8er und G9er. Ist das erste Oberstufenjahr dabei eine Art "Orientierungsphase", wird es ab dem zweiten ernst. Ab dann werden Punkte fürs Abi gesammelt – so war es auch immer schon.
Abiturienten 2013
Cusanus Aktuell 430 Schüler in der Q1 (je 160 G8er und G9er, dazu 110 Schüler, die zur Oberstufe von Realschulen gekommen sind).
Cornelius-Burgh 220.
Max Kolbe 230.
Hückelhoven 200.
Fazit Die vier Gymnasien werden 2013 knapp 1100 Abiturienten hervorbringen.
Zwei grundverschiedene Modelle
Diese Qualifikationsphase 1 (früher hieß das Unterprima) haben nun knapp 1100 Schüler hinter sich gebracht – in zwei grundverschiedenen Modellen. Sind die Kurse an den beiden Erkelenzer Gymnasien Cusanus und Cornelius-Burgh jahrgangsgemischt, werden am Wegberger Max-Kolbe und in Hückelhoven die G8er und G9er in getrennten Kursen auf dieselben Abiturprüfungen vorbereitet.
"Die gemeinsame Q1 ist gelungen", bilanziert Cusanus-Chefin Rita Hündgen. In den Kernfächern Deutsch und Mathematik hätten die G8er sogar besser als ihre ein Jahr älteren Mitschüler abgeschnitten, in Englisch nur knapp schlechter. "Das fachspezifische Wissen ist generell nahezu gleichwertig", fasst Hündgen zusammen.
Beispiel Deutsch: Dort hätten 28 Prozent der G8er mit den Noten eins und zwei abgeschlossen, bei den G9ern nur 21 Prozent. "Und im unteren Bereich, bei den Defiziten, hält sich die Zahl der G8er und G9er die Waage." Selbiges gelte für die drei Prozent, die die Q1 nun wiederholen müssen. "Ein Prozent sind G8er, ein Prozent G9er und ein Prozent Realschüler."
Im Februar habe die Schule an die G8er und alle 117 Lehrer mittels eines Fragebogens eine Selbstevaluation durchgeführt. Ergebnis: "Die G8er fühlen sich nicht benachteiligt. Nur elf Prozent von ihnen wünschten sich zusätzlichen Förderunterricht", erläutert Hündgen.
In dieselbe Kerbe hatte bereits beim RP-Redaktionsgespräch im Januar Michael Auth, Leiter von Cornelius-Burgh, geschlagen: "Bei dem jüngeren Jahrgang kann man weniger von einem Leistungs- als vielmehr von einem Reifedefizit sprechen." Dafür seien die G8er hochmotiviert, betont Willy Meersmann, Leiter von Max-Kolbe. "Der jüngere Jahrgang hat sich mächtig ins Zeug gelegt."
Was Gundi Sanders-Edel, kommissarische Leiterin des Hückelhovener Gymnasiums, nur bestätigen kann: "Unsere G8er sind ein sehr fleißiger und leistungsstarker Jahrgang." Mehr Sorgen als das doppelte Abi würde ihr daher die daraus resultierende doppelte Abifeier machen, verrät sie schmunzelnd: "In unsere Aula passen etwa 700 rein – und die sind es schon bei einem normalen Abijahrgang. Da werden wir 2013 also zwei Feiern draus machen müssen."
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