Erkelenz: Gut überwacht gesund werden
VON ANDREAS SPEEN - zuletzt aktualisiert: 11.02.2012Erkelenz (RP). Das Hermann-Josef-Krankenhaus hat eine neue Station in Betrieb genommen, die Patienten der Kardiologie und Geriatrie dient. Herzrhythmusstörungen können dort erkannt werden.
Acht Betten in vier Zimmern, die für das Hermann-Josef-Krankenhaus in Erkelenz viel bedeuten, sind jetzt in Betrieb genommen worden: die Intermediate Care Station. Alle Patienten, die überwacht werden müssen, wurden bisher auf der Intensivstation untergebracht. Da aber nicht alle von ihnen dort richtig aufgehoben waren, ist die neue Station eingerichtet worden. Mehr als 180 000 Euro hat sich das Krankenhaus das kosten lassen. Den neuen Bereich teilen sich Kardiologie und Geriatrie.
Umgebaut und Personal geschult
"Die Intensivstation wird jetzt entlastet, so dass dort nur noch Patienten liegen, die behandelt werden, und nicht mehr die, die nur überwacht werden", erläutert Verwaltungsdirektor Wolfgang Salz die Investition, die mit einem Umbau im Erdgeschoss des Krankenhauses einherging (die RP berichtete). Seit drei Wochen wird auf der Intermediate Care Station gearbeitet, 70 Patienten lagen seither dort. Mehrere Krankenzimmer sind zusammengefasst und mit Verbindungstüren versehen worden. Spezielle Geräte wie EKG und Defibrillator oder notwendige Medikamente sind immer vor Ort. Monitore zeigen in jedem Zimmer und im Zentralbereich des Pflegepersonals stets aktuelle Daten der Patienten an, um eine umfassende Überwachung zu gewährleisten. "Das Schwesternteam ist speziell geschult worden und die betreuenden Ärzte auch", erklärt Dr. Klaus-Dieter Winter, Chefarzt der Klinik für Kardiologie.
Anzeichen
Für einen Schlaganfall sind charakteristisch:
heftiger Schwindel mit weiteren neurologischen Symptomen, Sehstörungen (Doppelbilder, flüchtige Blindheit auf einem Auge oder zu einer Seite), hängende Mundwinkel, halbseitige Lähmungen oder Gefühlsstörungen, Koordinations- oder Gangstörungen, Sprachstörungen, erstmalige epileptische Anfälle, Bewusstseinsstörungen.
In der Klinik für Kardiologie hat sich neben der Versorgung von Herzinfarkten in den vergangenen Jahren ein weiterer Schwerpunkt entwickelt, "der wesentlich zugenommen hat: die Diagnostik und insbesondere die Behandlung von Herzrhythmusstörungen", erklärt Winter. Die steigenden Patientenzahlen machten es für die Klinik für Kardiologie sinnvoll, die Überwachungsstation einzurichten. Außerdem können dort Patienten mit leichterem Herzinfarkt aufgenommen werden, "die nicht auf die Intensivstation müssen", ergänzt der Kardiologie-Chefarzt.
Für die geriatrische Abteilung am Erkelenzer Krankenhaus ist die Intermediate Care Station (IMC) eine Ergänzung zur im vergangenen Herbst in Betrieb genommenen Schlaganfall-Station (Stroke-Unit). Dazu erläutert deren Chefarzt, Dr. Christian Isensee: "Die neue Station hilft uns, Patienten zu überwachen, und zwar die, bei denen blutgerinselauflösende Substanzen gegeben werden. Innerhalb der ersten viereinhalb Stunden nach Beginn der Schlaganfall-Symptome kann bei etwa zehn Prozent der Patienten diese Therapie begonnen werden."
Das Hermann-Josef-Krankenhaus geht davon aus, dass "die neu eingerichtete IMC-Stroke-Unit die Lage von Schlaganfallpatienten unserer Region damit deutlich verbessern dürfte".
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