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Erkelenz: Indien – ein Land großer Gegensätze

VON SARAH KORTENHAUS - zuletzt aktualisiert: 21.08.2010

Erkelenz (RPO). Heute bin ich seit einer Woche in dem indischen Kinderheim in Tiruvuru, aber ganz angekommen bin ich immer noch nicht. Meine erste Zeit hier war und ist ziemlich schwierig, denn ich litt unter starkem Heimweh, was wohl eher von der Überflutung von Eindrücken herrührt als vom Alleinsein. Als ich aus dem Flugzeug stieg, überwältigten mich die Impressionen, auch bekannt als Indien, ein Land irgendwo zwischen Entwicklungs- und Industriestaat, mit solch einer Wucht, dass es mir schwerfiel, dies alles zu verarbeiten. Man muss sich vorstellen: Ich stieg im modernen, kühlen und geordneten deutschen Flughafen ein und ein paar Stunden später in einem überfüllten, chaotischen, lauten, heißen, dreckigen Flughafen aus. Schon auf der Taxifahrt zum Heim sah ich viele Sachen, die mich beeindruckten, aber eher negativ, denn in diesem Land herrscht eine Armut, die wir uns in Deutschland gar nicht vorstellen können und die ich nicht in Worte zu fassen vermag.

Sarah Kortenhaus besuchte das Cusanus-Gymnasium. Foto: RPO

Dass ich mit all dem nicht klarkam, merkten wohl zuerst meine Eltern, denen mein erster, tränenreicher Anruf aus dem mir unbekannten, noch konfus wirkenden Land galt. Und doch wurde ich hier mit so einer Wärme und Herzlichkeit empfangen, von der man in Deutschland nur träumen kann. Jetzt noch hängen hier zwei riesengroße "Herzlich Willkommen Sarah Kortenhaus"-Plakate. Außerdem versucht man hier wortwörtlich mit Händen und Füßen, mir das Einleben in meinem neuen Zuhause zu erleichtern, denn das mit der Verständigung klappt im Moment auch nur in einem leider noch relativ geringen Maß.

So richtig "helfen" und "die Situation verbessern" kann ich hier noch nicht, eher andersrum, denn noch bin ich sehr abhängig von der Hilfe der Einwohner und kann noch nicht einmal die Fahrt zur nächstgrößeren Stadt, die übrigens zwei bis drei Busstunden (je nach Laune und Hungerzustand des Fahrers) von Tiruvuru entfernt liegt, bewältigen.

Aber noch gebe ich die Hoffnung nicht auf, langsam ein Teil dieser Welt zu werden und meinen Platz zu finden. Mal sehen, wie weit ich bis zum nächsten Artikel komme.

Die Autorin (20) aus Gerderhahn lebt für ein Jahr in Tiruvuru in Südostindien und wird regelmäßig in der Rheinischen Post über ihre Erfahrungen berichten.

Quelle: RP

 
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