Erkelenz: Initiative gegen Ladendiebstahl
VON ANDREAS SPEEN - zuletzt aktualisiert: 20.01.2012Erkelenz (RP). Hier verschwindet ein Füller, dort ein Schal, woanders vielleicht etwas von der Auslage auf der Theke – Ladendiebstahl ist ein Problem, das der Erkelenzer Einzelhandel über eine Aktion verkleinern will. Das Interesse daran ist groß.
18 Erkelenzer Einzelhändler haben eine Initiative gegen Ladendiebstahl gestartet und hoffen, dass sich noch mehr Geschäfte aus der Innenstadt anschließen. Mittels einer Telefonkette informieren sich die Geschäftsleute gegenseitig, sobald bei ihnen ein Ladendieb aufgefallen ist und nicht gestellt werden konnte, oder wenn sich bei ihnen eine auffällige Person aufgehalten hat, die möglicherweise weitere Geschäfte aufsucht. Diese Zusammenarbeit stellt Helmut Dahlen aus dem Vorstand des Erkelenzer Gewerberings vor.
Die 18 bisher beteiligten Geschäfte liegen im Bereich des Markts, Johannismarkts, der Aachener und Kölner Straße sowie der Südpromenade. Dass sie gar nicht mit einer so starken Resonanz gerechnet hat, erklärt Gisela Dahlen, die diese Initiative gegen Ladendiebstahl angestoßen hat. Nachdem sie die ersten anderen Geschäftsleute darauf angesprochen hatte, stellte sie fest: "Mir war bis dahin gar nicht so bewusst, dass das Problem so groß und bei so vielen vorhanden ist."
Mitmachen
Kontakt Geschäftsinhaber, die sich der Telefonkette anschließen möchten, können sich an Helmut Dahlen unter Tel. 02431 2115 wenden.
Mehrfachtäter am Werk
968 Ladendiebstähle hat die Polizei im Jahr 2010 im gesamten Kreis Heinsberg gezählt (Zahlen für 2011 veröffentlicht sie im März). Knapp 90 Prozent der gemeldeten Taten (865) sind aufgeklärt worden. "Dabei konnten wir 778 Tatverdächtige zählen, was bedeutet, dass wir es auch mit Mehrfachtätern zu tun hatten", berichtet Polizeisprecher Wilfried Peters. 80 Prozent der polizeibekannten Ladendiebstähle seien dabei auf das Konto deutscher Staatsbürger gegangen.
Die Erkelenzer Einzelhändler reagieren mit ihrer neuen Zusammenarbeit darauf, dass die Polizei nicht immer präsent sein kann. Zu dieser Initiative hat sie ihnen deshalb auch geraten. "Wir stehen in gutem Kontakt zur Polizei", betont Jörg Jacobs vom Kaufhaus Martini, der weiß, "dass die Polizei nicht für jeden Verdacht rauskommen kann." Aus seiner Sicht ist es wünschenswert, wenn sich weitere Geschäfte "wie die größeren Handelsketten" an der Initiative beteiligen würden. Jacobs erklärt: "Ich glaube, dass es eine Bereicherung für unser Bemühen sein wird, unsere Waren zu schützen. Gleichzeitig werden zudem unsere Kunden geschützt, weil die Diebe auch schon mal nach offenen Taschen und Portemonnaies Ausschau halten."
Einen "wichtigen Schritt gegen Kriminalität" nennt sein Einzelhändler-Kollege Christopher Viehausen die Telefonkette. Außerdem helfe die Initiative, alle Geschäftsleute und deren Mitarbeiter zu sensibilisieren, verstärkt auf Ladendiebstähle zu achten: "So ist man nicht allein mit dem Problem."
Teilweise kennen die Geschäftsinhaber die potenziellen Ladendiebe. Sie warnen sich nun, wenn sie in der Erkelenzer Innenstadt gesehen werden. Jörg Jacobs unterscheidet dabei zwischen dem Diebstahl als beispielsweise Mutprobe und Profiladendieben.
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