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Erkelenz: Kaplan Plettscher gibt Priesteramt auf

VON ANDRIANA SAKARELI - zuletzt aktualisiert: 30.09.2009

Erkelenz (RPO). Kaplan Stephan Plettscher kehrt der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) St. Thomas Morus und dem Priesteramt komplett den Rücken. Das bestätigte er am Dienstag auf Nachfrage unserer Redaktion. Der Grund: Die Pastorale sei viel zu groß.

Kaplan Stephan Plettscher hat sich auf eigenen Wunsch beurlauben lassen. Jetzt 
wartet er auf seine Suspendierung.  Foto: RPO
Kaplan Stephan Plettscher hat sich auf eigenen Wunsch beurlauben lassen. Jetzt wartet er auf seine Suspendierung. Foto: RPO

"So kann man als Priester nicht arbeiten. Ich hetzte nur von einem Gottesdienst zum nächsten", sagte Plettscher. Aber gerade als Priester komme es doch darauf an, Zeit für die Menschen zu haben und mit ihnen zu sprechen. Sonst sei man nicht glaubwürdig.

Neuanfang mit Studium

Dem Bistum habe er bereits vor einem Jahr schriftlich mitgeteilt, dass er mit dem Zuschnitt der GdG nicht zufrieden sei und ihn die Situation belaste. Geändert hatte sich jedoch nichts, "so dass ich kürzlich wieder an den Bischof schrieb, diesmal mit der Bitte um Beurlaubung." Nun warte er auf ein Gespräch mit dem Bischof, das seine Suspendierung zur Folge haben werde, erklärte der Kaplan weiter. Er habe sich diesen Schritt gründlich überlegt und das auch bei einem seiner letzten Gottesdienste den Besuchern gesagt.

"Mir wird sicherlich vieles fehlen", räumte der Dülkener ein. Dennoch will er einen Neuanfang ganz ohne Priesteramt wagen. Die Weichen dafür hat er nach eigenen Angaben schon vor einem Jahr gelegt, als er den ersten Brief an das Bistum schrieb: Er fing an der RWTH Aachen ein vertiefendes Spanisch-Studium an und hat jetzt noch das Fach Geschichte drangehängt. Er könne sich vorstellen, an einer Schule zu arbeiten. Bis Mitte Oktober will der 29-Jährige von Erkelenz nach Aachen umgezogen sein.

Gespräch mit Vikar entscheidet

Wer seine Aufgaben übernimmt – Plettscher hatte sich besonders um die Jugendarbeit und die Ministrantenschar gekümmert –, steht indes noch nicht fest. Pfarrer Werner Rombach ließ gestern über sein Sekretariat ausrichten, dass er darüber erst mit dem Vikar sprechen müsse.

Stephan Plettscher hatte vor zwei Jahren seinen Dienst in Erkelenz angetreten. Für den gebürtigen Dülkener war es seine erste Kaplanstelle.

Quelle: RP

 
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