Erkelenz: Kinderrechte ins Grundgesetz?
VON MARIO EMONDS - zuletzt aktualisiert: 16.11.2009Erkelenz (RPO). Über diese Frage diskutieren am 19. November in der Pestalozzi-Schule u.a. drei Bundestagsabgeordnete. Neben dem Gastgeber laden dazu das Cornelius-Burgh-Gymnasium und der Erkelenzer Kinderschutzbund ein.
Vor 20 Jahren, genau gesagt am 20. November 1989, verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen die Kinderrechtskonvention – formuliert worden sind darin 54 explizite Kinderrechte. In Deutschland ist es aber immer noch eine Streitfrage, ob Kinderrechte im Grundgesetz verankert werden sollten.
Mit dieser Frage haben sich nun intensiv Schüler des Cornelius-Burgh-Gymnasiums (CBG) und der Pestalozzi-Förderschule in Zusammenarbeit mit dem Kinderschutzbund Erkelenz auseinandergesetzt. Das mündet in eine große Podiumsdiskussion am 19. November um 19.30 Uhr im Forum der Pestalozzischule.
Prominente Besetzung
Der Kinderschutzbund
Gründung Der Erkelenzer Ortsverband des Kinderschutzbundes wurde 2006 gegründet. Er hat knapp 60 Mitglieder.
Angebote Beratung von Familien in Problemlagen, das Senioren- und Familiencafé SoFa sowie die Weiterbildungskurse "Starke Eltern – starke Kinder". Dazu Veranstaltungen und Aktionen zu Weltkindertag, Kinderarmut und Verkehrssicherheit in Erkelenz.
Die steht unter dem Titel "Gesucht wird: Der richtige Weg – Kinder stärken übers Grundgesetz?" und ist prominent besetzt: Die Bundestagsabgeordneten Leo Dautzenberg (CDU), Petra Müller (FDP) und Bettina Herlitzius (Bündnis 90/Die Grünen) sind ebenso dabei wie die ehemalige Landesjustizministerin Anne Lütkes, die nun im Vorstand von Unicef Deutschland sitzt. Die Moderation übernehmen zwei Schüler des CBG: Pia Platzbecker und Florian Kasper aus der elften Klasse, unterstützt von Mitschülerin Elisabeth Hennig. Die Beteiligten stellten das Projekt vor. "Ich bin sehr froh, dass sich zwei Schulen gefunden haben, die Kapazitäten dafür frei haben", sagte der Erkelenzer Kinderschutzbund-Vorsitzende Michael Kutz.
Wie aktuell das Thema ist, unterstrich Marianne Schardt, Leiterin der Pestalozzischule: "Eine 15-Jährige kam zu mir und erkundigte sich, ob es richtig sei, dass ihre Mutter nicht ihre Post öffnen dürfe." Noch weit trauriger sei aber eine andere Erfahrung. So seien zur Aktion von genau 147 ihrer aktuell 179 Schüler Fotoporträts gedruckt und aufgehängt worden, worunter die Kinder und Jugendlichen noch jeweils persönliche Wünsche schreiben sollten. "Fünf davon mussten wir abhängen, da diese Wünsche eindeutig verrieten, dass es bei ihnen daheim absolut nicht stimmt." Die Kooperation mit dem Gymnasium begrüßte Schardt auch noch aus einem ganz anderen Grund: "So können wir vom Image wegkommen, eine Schule von Blöden und Asozialen zu sein."
Während sich von ihrer Schule acht Klassen am Projekt beteiligen, sind es bei Cornelius Burgh fünf. "Unser Unter- und Mittelstufenschüler haben zum Thema unter anderem Bilder auf Postkartengröße erstellt, die nun auch verschickt werden sollten", sagte Lehrerin Astrid Lowis-Auth. Dazu sei eine Klassenzeitung erstellt worden, und Teile der Ausstellung in der Pestalozzi-Schule werden vom 22. bis 28. November auch im Cornelius-Burgh zu sehen sein (am 28. November veranstaltet das CBG einen Tag der offenen Tür).
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