Wegberg / Mönchengladbach: Klinik-Skandal: Prozess wird vertagt
zuletzt aktualisiert: 16.10.2009 - 16:41Kurz vor dem dritten Verhandlungstag im Prozess gegen den Ex-Chefarzt und fünf weitere Ärzte der Sant Antonius-Klinik Wegberg wurde der Termin verschoben. Bevor der Prozess fortgesetzt werden kann, muss das Mönchengladbacher Landgericht erst einen weiteren Befangenheitsantrag prüfen.
Bereits am zweiten Verhandlungstag hatte die Verteidgung die Schöffen für befangen erklärt, weil schon mit Verlesung der Anklage eine teilweise Beweisführung erbracht worden sei. Über diesen Befangenheitsantrag berufen drei Berufsrichter, die ebenfalls von der Verteidgung abgelehnt wurden.
Inzwischen hat das Landgericht den Befangenheitsantrag gegen die drei Berufsrichter als unzulässig zurückgewiesen. Erst wenn über den Befangenheitsantrag gegen die Schöffen ebenfalls entschieden worden ist, könne der Prozess fortgesetzt werden, so ein Gerichtssprecher.
Der Medizinier führte laut Staatsanwaltschaft zahlreiche Operationen durch, für die es keine mdedizinische Begründung gab - etwa unnötige Gallenblasen-, Nieren- und Brustfellentfernungen. Bei der Behandlung der Patienten soll er sich medizinische Fachkompetenz angemaßt haben, die er nicht hatte. So sei es zu schwerwiegenden Fehlentscheidungen gekommen. Pier ist nach wie vor Geschäftsführer der Klinik.
Der Prozess wird sich wegen der Vielzahl von Einzelfällen voraussichtlich sehr aufwendig gestalten. Die Staatsanwaltschaft hat 106 Zeugen und sechs medizinische Sachverständige benannt. Dem Klinikleiter drohen bis zu 15 Jahre Haft.
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