Erkelenz: Kontrollen bremsen Raser
VON WILLI SPICHARTZ - zuletzt aktualisiert: 11.02.2012Erkelenz (RP). Bei den angekündigten Tempokontrollen gingen der Polizei im Erkelenzer Land am Montag nur wenige Temposünder ins Netz. Hauptkommissar Michael Okuhn wertet den Blitz-Marathon deshalb als Erfolg. An 23 Stellen im Kreis Heinsberg gab es Geschwindigkeitsmessungen.
Der Wegberger Grenzlandring galt als schnellste Rennstrecke der Welt, bis 1952 ein grauenvoller Unfall 13 Menschenleben forderte. Auch heutzutage gilt der Grenzlandring als gefährlicher Unfallschwerpunkt. Darum standen der Grenzlandring und weitere "Rennstrecken" im Erkelenzer Land gestern im Fokus der angekündigten Tempokontrollen der Polizei.
23 Messstationen
Insgesamt waren im Kreis 23 Messstationen aufgeboten, die kaum in Aktion treten mussten, da die motorisierten Verkehrsteilnehmer offensichtlich mit angezogener Handbremse fuhren. Für Hauptkommissar Michael Okuhn "ein voller Erfolg". Denn Ziel der landesweiten Aktion war die Reduzierung der Geschwindigkeit, und nicht, möglichst viele Sünder zu erwischen. Daher sei die Aktion im Vorfeld über die Medien bekanntgemacht worden.
24 Stunden
Hilfstruppen An den 23 Messstellen im Kreis Heinsberg waren von gestern bis heute morgen 36 Polizeibeamte unter dem Motto "Brems' Dich – rette Leben" eingesetzt. Darunter Beamte der Bereitschaftspolizei Mönchengladbach.
Statistik 1968 gab es 4000 Verkehrstote in NRW, 2011 waren es 200.
An der Messstation der Kreuzung L 16/L 202 zwischen Schwanenberg und Hoven gab es gerade mal zwei "Sünder" in zweieinhalb Stunden, die die erlaubten 70 Stundenkilometer nur knapp überschritten. Hauptkommissar Bernd Waldeck ermittelte als Operator für sie zehn und 20 Euro als Verwarnungsgeld.
Michael Okuhn als Leiter der Führungsstelle in der Direktion Verkehr in der Kreispolizeibehörde in Erkelenz macht "überhöhte Geschwindigkeit als Killer Nummer eins im Straßenverkehr" verantwortlich, und damit menschliches Fehlverhalten. Er macht das mit Zahlen deutlich: Gelingt es, die allgemeine Geschwindigkeit um zwei Prozent zu senken, bewirkt das eine Reduzierung der Personenschäden um 15 Prozent. Oder: Macht ein Autofahrer mit 30 Stundenkilometern eine Vollbremsung, steht das Fahrzeug nach einer Sekunde in 14 Metern. Hat ein Autofahrer 50 Stundenkilometer "drauf" und unternimmt eine Vollbremsung, fährt das Fahrzeug noch 14 Meter in einer Sekunde weiter und würde damit noch den Menschen erwischen, der bei 30 unbehelligt geblieben wäre.
High-Tech-Gerät
Es ist eine noch junge Bewegungs-Sensorenanlage, mit der Bernd Waldeck und seine Kollegen den Rasern blitzschnell auf die Pelle rücken. Fünf Sensoren in einem rund 45 Zentimeter breiten High-Tech-Gerät erfassen alles, was notwendig ist, Temposünder zu erwischen und darauf aufmerksam zu machen, dass es lebensrettend ist, die Geschwindigkeitsbegrenzungen einzuhalten. Gemessen werden Zeit, Wegstrecke und Fahrtrichtung – bei Bedarf werden diese Daten an die Kameras weitergegeben, die das Fahrzeug von vorn und der Seite blitzen. 200 Meter weiter warten Waldecks Kollegen und winken die Raser heran. Dann gibt es Fahrsicherheitsinformationen. Und die Rechnung. Frage des Tages
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