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Erkelenz: Leben im „Mangobaum“

VON ANKE BACKHAUS - zuletzt aktualisiert: 28.08.2010 - 11:03

Erkelenz (RPO). Am 1. September startet das bislang größte Abenteuer ihres Lebens: Louisa Fricke und Amélie Poméon brechen nach Brasilien auf und leisten dort ein Jahr lang soziale Arbeit. Anspannung vermischt sich bei den Ex-Cusanus-Schülerinnen mit großer Vorfreude.

erkelenz Es gibt noch so viel zu tun: Koffer packen zum Beispiel oder auch die portugiesische Sprache lernen. Doch mit einem Urlaubstrip haben die Reisevorbereitungen von Louisa Fricke und Amélie Poméon nichts zu tun - vielmehr starten sie am 1. September in das bislang größte Abenteuer ihres Lebens. Die beiden 19-jährigen jungen Frauen haben in diesem Jahr erfolgreich ihr Abitur am Cusanus-Gymnasium bestanden. Während ihrer Schulzeit haben sie mit viel Begeisterung in der Eine-Welt-AG mitgearbeitet, nun führt sie die AG nach Brasilien.

„Bom dia“ heißt es dort, wenn sie in Kürze in Salvador da Bahia - mit rund drei Millionen die drittgrößte Stadt Brasiliens - eintreffen werden. Hier leisten sie ein Jahr den „Anderen Dienst im Ausland“, auf den sich Louisa und Amélie schon lange vorbereiten. „Es wird wohl unglaublich aufregend sein, eine andere Atmosphäre und Kultur kennenzulernen“, sagt Amélie, und Louisa fügt hinzu: „Aber es ist eine große Vorfreude, auf Menschen mit einer völlig anderen Mentalität zu treffen.“

Leben werden die Abiturientinnen im Armenviertel „Mangueira“, was in der deutschen Sprache „Mangobaum“ bedeutet. Sie werden sich eine kleine, schlichte Wohnung teilen. Arbeit wartet vor Ort genug auf die jungen Frauen, die gleich drei Projekte in Angriff nehmen werden. Amélie wird in einer Vorschule tätig sein, die sich um zwei- bis sechsjährige Kinder kümmert. „Diese Vorschule unterscheidet sich aber von dem, was wir unter Kindergarten verstehen. Die Kinder werden kostenlos unterrichtet, sie lernen in Grundzügen das Lesen, Schreiben und Rechnen, was die Voraussetzung ist, um später eine Schule besuchen zu können“, erklärt Amélie. Die Vorschule trägt den signifikanten Namen „Educar para Liberdar“ (Bilden, um zu befreien).

Louisa wird im Gesundheitsposten des Viertels eingesetzt sein. „Eine Krankenschwester leitet den Posten, der sich hauptsächlich um ältere Menschen kümmert. Der Gesundheitsposten stellt die Grundversorgung sicher“, berichtet Louisa. Darüber hinaus kümmern sich beide um Jugendgruppen, die in verschiedenen Aktivitäten und neben dem Schulbesuch eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung erfahren, um nicht auf die schiefe Bahn zu geraten.

Klar, dass vor allem die Eltern der beiden Abiturientinnen den Abschied für ein langes Jahr mit gemischten Gefühlen sehen. Hielt sich die Begeisterung zunächst in Grenzen, erfahren Louisa Fricke und Amélie Poméon nun große Unterstützung durch ihre Familien, berichten beide unisono. Via Internet wollen sie ohnehin den Kontakt auch zu Freunden in der Heimat halten.

Quelle: RP

 
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