Erkelenz: Mehr als 10 000 beim Hetzerather Nachtzug
VON BASTIAN KAISER - zuletzt aktualisiert: 20.02.2012Erkelenz (RP). Während sich der Zug auf der Hohenbuscher Straße (K29) für seinen Marsch durch das jecke Volk im "Zentrum" Hetzeraths aufstellte, ging auf sämtlichen Verkehrswegen schon Kilometer vor dem Dorf kaum noch etwas.
Stau von allen Seiten – ob auf der Heerstraße (B 57) zwischen Erkelenz und Granterath oder rund um den Matzerather Kreisverkehr. Ab da gingen die meisten Narren zu Fuß und erhielten durch hinüberschallende Musik und Lichtsäulen über dem Dorf schon einen Vorgeschmack auf das, was folgte.
Mehr Höhner, weniger Techno
Bei der sechsten Auflage waren das 33 Wagen und neun Fußgruppen, darunter Schneemänner, Baumeister und Schlümpfe. Begleitet wurden sie unter anderem von etwa 20 Zugführern. Zwei von ihnen waren Manfred Philippen und Alfred Baum.
Über eines freuten sich beide besonders: Endlich wurde wieder mehr Karnevalsmusik gespielt. In den vergangenen Jahren hatten vornehmlich Techno-Beats durch den Ort gedröhnt. "Das war ja nicht mehr auszuhalten", sagte Zugführer Philippen. "Wir sind ja ein Karnevalszug und keine Loveparade", fügte sein Kollege hinzu.
Der Stimmung tat die Rückkehr zu "Höhner" und "Brings" spürbar gut. Sowohl bei den Vorgartenpartys der Dorfbewohner in der Pötzelstraße als auch bei der Menge von Jugendlichen rund um die Mehrzweckhalle.
Dort sorgten die Veranstalter in diesem Jahr für mehr Ordnung. Vor der Halle wurde die Wiese großräumig abgesperrt. "Auf dem dortigen Kinderspielplatz wäre die Gefahr durch liegen bleibende Scherben einfach zu groß", erklärte Ulrich Braun, Geschäftsführer der Gemeinschaft der Vereine und Nachtzug-Organisator.
Als sich da die Gigaliner unter den Karnevalswagen vorbeischoben, wurde es vor den Absperrungen ganz schön eng. Von einem dieser Wagen warfen die Brachelener Tigers ihre Kamelle. Traditionell waren sie mit umgebautem Bus unterwegs. Den hatten sie diesmal gemäß ihrem Motto "Wildtigers" in ein Safari-Mobil verwandelt.
Die Erkelenzer "Kings for five Days" erinnerten an die zuletzt frostigen Temperaturen. Als Eisbären thronten sie auf ihrem gewaltigen Coca-Cola-Truck. Warum es aber in erster Linie in den schmalen Straßen ganz schön eng wurde, war schon früh zu erahnen. Nie zuvor schunkelten so viele Besucher beim Hetzerather Nachtzug.
Organisator Braun konnte es selbst kaum fassen, aber die Besucherzahl schien sich noch einmal nahezu verdoppelt zu haben. "Wir sprechen da von einer Zahl jenseits der 10 000", sagte Ulrich Braun. Zu größeren Zwischenfällen sei es nicht gekommen. Und die Jecken waren sich einig: Einen besseren Auftakt hätte das Umzugs-Wochenende im Erkelenzer Land nicht haben können.
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