Erkelenz: Milchbauern in Sorge
VON ANKE BACKHAUS - zuletzt aktualisiert: 06.11.2008Erkelenz (RPO). In den Niederlanden ist die Blauzungenkrankheit ausgebrochen. Ein neuer Typus verunsichert auch
Milchbauern im Kreis Heinsberg, der in der Kontrollzone liegt. Bislang ist hier kein Tier an der Seuche erkrankt.Ein schlichtes Stück Papier, das das Faxgerät ausspuckt, sorgt für Verunsicherung bei Milchbauern der Region. Die Milchbauern im Kreis Heinsberg werden in diesen Wochen wieder einmal mit der Blauzungenkrankheit konfrontiert, die erst vor rund zwei Jahren für einen Schock sorgte: Der Kreis Heinsberg und die Landwirtschaftskammer gaben kürzlich den erneuten Ausbruch dieser Tierseuche in den Niederlanden bekannt. Die Krankheit betrifft nur Wiederkäuer. Ein durch Insekten übertragenes Virus löst die Blauzungenkrankheit aus. Im Kreis Heinsberg wurde eine so genannte Kontrollzone eingerichtet, für die besondere Vorsichtsmaßnahmen gelten.
Erstmal ein Schock
Auch Helmut Gormanns, Milchviehhalter aus Venrath, bekam die Information. „Da ist man erstmal geschockt und denkt, dass die Impfung nichts ausgerichtet hat. Man fragt sich, woher das also wieder kommt“, sagt der Familienvater. Er ist allerdings froh, dass die Landwirte und vor allem Milchproduzenten im Kreis noch nicht allzu hart betroffen sind.
„Das ganze Land Nordrhein-Westfalen ist von der Sperrmaßnahme betroffen. Wir befinden uns in der so genannten 150 Kilometer-Zone“, erläutert Gormanns. Im Klartext: Hier vor Ort dürfen nach wie vor Transporte der Tiere stattfinden. Im Grunde können die zahlreichen Milchproduzenten im Kreis Heinsberg also wie gewohnt arbeiten. Dennoch bereitet der neue Typus der Blauzungenkrankheit Kopfzerbrechen, denn alle haben noch die Lage vor Augen, die vor zwei Jahren herrschte. „Man wird einfach sehr sensibel für das Thema, man achtet noch mehr auf die Tiere und beobachtet sie. Selbst kleinste Veränderungen führen schon zu Überlegungen“, sagt Gormanns.
Bereits damals ging er verantwortungsvoll mit der Blauzungenkrankheit um und meldete sich bei den entsprechenden Stellen, etwa beim Kreis oder beim Tierarzt, und traf Vorsichtsmaßnahmen. Damals verlor er sogar ein Tier: „Bei uns ging die Sache noch glimpflich aus, andere Betriebe waren da schon stärker betroffen.“ Das tote Tier wurde ihm übrigens ersetzt, aber: „Heute gibt es für die Landwirte keine Entschädigungen mehr.“
Helmut Gormanns nahm sogar an einem Monitoring-Programm teil, das Tests bei den Tieren über einen langen Zeitraum vorsieht. „Ich kann nur hoffen, dass sich die Sache verläuft. Wichtig dabei ist, seine Tiere im Auge zu behalten“, sagt er. Vom Kreis Heinsberg, hier insbesondere Kreistierzuchtberater Franz-Josef Jaeger und seinem Team, fühlt Gormanns sich gut betreut und informiert. „Jaeger arbeitet auch weit nach Feierabend“, lobt er den Einsatz.
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