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Kreis Heinsberg: Mit dem Auto zum Altentreff

VON STEFAN CLAASSEN - zuletzt aktualisiert: 28.02.2009

Kreis Heinsberg (RPO). Eine Generation kommt ins Seniorenalter, für die der Führerschein eine Selbstverständlichkeit ist. Mehr Senioren am Steuer bedeutet aber auch eine häufigere Unfallbeteiligung. Die Polizei will bald professionelle Hilfe anbieten.

Besonders in ländlichen Regionen sind auch die Senioren auf ihr Auto angewiesen. Damit sie lange im Verkehr fit bleiben, will die Polizei demnächst professionelle Hilfestellung anbieten.  Foto: RPO
Besonders in ländlichen Regionen sind auch die Senioren auf ihr Auto angewiesen. Damit sie lange im Verkehr fit bleiben, will die Polizei demnächst professionelle Hilfestellung anbieten. Foto: RPO

Neben den jungen Fahrern, die für die Polizei die größte Problemgruppe im Straßenverkehr darstellt, kristallisiert sich bei der Analyse der Verkehrsunfallstatistik für das vergangene Jahr ein weiteres Feld heraus, dem die Polizei künftig ebenfalls besondere Aufmerksamkeit widmen will. Diese Problemgruppe steckt zwar noch in den Kinderschuhen, denen sie aber in den nächsten Jahren entwachsen sein wird: die Senioren im Straßenverkehr.

Im Vergleich zu den jungen Fahrern ist die Beteiligung der über 65-Jährigen an den Verkehrsunfällen gering, doch sie ist im vorigen Jahr gestiegen. Und Polizeidirektor Hans Joseph Rademacher ist davon überzeugt, dass sich diese Entwicklung fortsetzen wird.

Problematik im ländlichen Raum

Folgt man der Argumentation Rademachers, sind die Gründe nicht nur nachvollziehbar, sondern liegen klar auf der Hand. Demnach macht es gerade der ländliche Kreis Heinsberg den Senioren nicht leicht, auf das Auto zu verzichten. Während die Großstädte über ein ausgeprägtes Netz im öffentlichen Personennahverkehr verfügen, sieht das in der ländlichen Region anders aus: "Die Älteren müssen mit dem Auto fahren, wenn sie zur Kirche oder zum Seniorenabend wollen. Die können nicht einfach das Auto stehen lassen", erläuterte Rademacher die Situation der Ü-65-Generation. Hinzu komme das Altern der Gesellschaft, aber auch ein gesellschaftlicher Wandel: So hätten beispielsweise die Frauen, die heute in die Gruppe der Senioren hineinwachsen, einen Führerschein. Das habe es in früheren Generationen nicht gegeben. Demnach sei es leicht nachvollziehbar, dass die Zahl der Senioren im Straßenverkehr wächst und damit auch ihre Beteiligung an Unfällen.

Info

Die Altersgruppen

Die Verkehrsunfallentwicklung 2008 nach Altersgruppen:

Kinder bis 15 Jahren verunglückten deutlich weniger als im Vorjahr.

Jugendliche bis 17 Auch hier fiel die Zahl der Verunglückten deutlich, vor allem gab es weniger verunglückte motorisierte Zweiradfahrer, deren Zahl im Vorjahr hochgeschnellt war.

Junge Erwachsene bis 24 Deren Beteiligung stieg leicht, der Kreis liegt nun im Landesvergleich auf dem vorletzten Platz, das heißt, er hat in dieser Gruppe die zweithöchsten Unfallzahlen.

Senioren ab 65 Die Zahl bei den Verunglückten stieg sehr deutlich. Es verunglücken immer mehr Senioren aktiv als Auto-Fahrer.

Die Problematik sei also erkannt, was zur Folge habe, dass die Polizei auch hier präventiv arbeiten wolle. Beispielsweise mit Fahrsicherheitstrainings, zu denen die Senioren eingeladen würden. Allerdings habe man eine gewisse Scheu bei den Senioren festgestellt, wenn die Polizei auf sie zugeht, denn da sei der Gedanke schnell im Kopf: "Die wollen uns an den Führerschein." Hier gelte es, Aufklärungsarbeit zu leisten, dass dies nicht so ist.

Schon bald wolle man dieser Altersgruppe professionelle Hilfe anbieten, allerdings sei dies auch für die Polizei im Kreis Heinsberg noch Neuland. Derzeit befinde sie sich mitten in einer praktischen Erprobungsphase, an der verschiedene Seniorengruppen teilnehmen. Dabei wollen die Beamten lernen, wie Hilfe am besten geleistet werden kann – und noch im Laufe dieses Jahres erste professionelle Seminare anbieten.

frage des tages

Quelle: RP

 
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